Geschichte von DaMigra

Anfänge der Bündnisbildung

Die Idee zur Vernetzung von Migrantinnen und ihren Organisationen hat eine lange Vorgeschichte. Ende der 80er Jahre hatte die Auseinandersetzung über Rassismus unter Frauen und innerhalb deutschen Frauenbewegung dazu geführt, dass schwarze Deutsche, Migrantinnen, jüdische und im Exil lebende Frauen eine Plattform suchten, auf welcher sie nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen Rassismus und Antisemitismus aktiv werden konnten. Im Austausch und der Diskussion über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und das Leben in der Diaspora, entwickelten die Frauen gemeinsame Visionen. Im Mittelpunkt stand dabei die Forderung nach gleichen Rechten und nach Anerkennung von Migrantinnen als Teil der Gesellschaft. Zur Bündnisbildung fanden von 1990 bis 1995 verschiedene bundesweite Konferenzen von und für Migrantinnen, Jüdinnen, schwarze Deutsche und im Exil lebende Frauen statt. Viele Frauen und Initiativen engagierten sich und  traten mit der Forderung nach Vernetzung und politischem Einfluss an die Öffentlichkeit.

Migrantinnenorganisationen in Deutschland

Die Rolle der Migrantinnenorganisationen in Deutschland hat sich seitdem stark gewandelt. Stellten sie anfangs eine Brücke zwischen Deutschland und Heimatland der Migrantinnen dar, so erfüllen sie heute vielseitige Funktionen: Sie übernehmen gesellschaftspolitische Aufgaben, treten als Expertinnen für sozial- und integrationspolitische Inhalte und dienen aufgrund des facettenreichen Erfahrungskatalogs als Ansprechpartner für Migrantinnen, Organisationen und politische Akteure auf. Vor diesem Hintergrund haben MSO eine zentrale Bedeutung hinsichtlich der gesellschafts-, sozial- und integrationspolitischen Fragestellungen. Auch beim ersten vom BMFSFJ veranstalteten Migrantinnenkongress 2011 in Frankurt/Main war die Diskussion darüber angestoßen worden, wie man die politischen Teilhabe von Migrantinnen und ihre Rolle als zivilgesellschaftliche Akteure stärken könne. Dabei wurde deutlich, dass es der Einrichtung einer Interessenvertretung für Migrantinnen bedarf, welche die Selbsthilfepotenziale von Migrantinnenorganisationen bündelt und stärkt sowie Forderungen an Politik und Gesellschaft formuliert. Auf die Idee zur Vernetzung wurde dabei besonderes Augenmerk gerichtet, denn durch diese können Migrantinnenorganisationen von Ideen- und Erfahrungsaustausch profitieren, Wissen schaffen und gemeinsame Ressourcen optimal nutzen. Sie kann gleichzeitig auch die Interessen und Standpunkte der Migrantinnenorganisationen in all ihrer Vielfalt ausdrücken und so als politische Stimme und öffentliche Vertretung auf Bundesebene fungieren.

Der Grundstein von DaMigra

Nach den Ergebnissen des Zweiten Migrantinnenkongresses im März 2013, der zum Thema der Vernetzung stattfand, wurde schließlich der Grundstein für das Projekt der Bundesweiten Vernetzung von Migrantinnenorganisationen gelegt: 200 Migrantinnen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus verschiedenen Herkunftsländern stimmten einhellig für die Gründung einer bundesweiten, herkunftsübergreifenden Vernetzung ihrer Organisationen, um ihre Interessen wirkungsvoll auf Bundesebene vertreten zu können. Den Auftrag, dieses Projekt zu koordinieren bekam  Behshid Najafi und ihre Organisation agisra e.V., eine autonome Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen in Köln.
Gefördert wird das zunächst auf drei Jahre angesetzte Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

DaMigra war Projekt des Monats beim BAMF

Das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge stellte DaMigra als Integrationsprojekt des Monats Oktober 2014 vor:

"Gemeinsam für die Interessen der Migrantinnen in Deutschland einzutreten, ist das Ziel des Projekts "Bundesweite Vernetzung von Migrantinnenorganisationen". Ein wichtiger Meilenstein wurde Ende September in Köln gelegt: Die Gründung des Dachverbands DaMigra. Unser "Projekt des Monats" Oktober."


Hier geht es zur Website des BAMF.

Kontakt

DaMigra e. V.
Dachverband der Migrantinnenorganisationen
Am Sudhaus 2
12053 Berlin
Phone: 030 255 685 12
Mail: info[at]damigra.de