Berufsabschlüsse

Anerkennungsgesetze

Der Bund hat die Anerkennung der im Ausland erworbenen Abschlüsse der Einwandererinnen und Einwanderer in Deutschland geregelt. Vom Anerkennungsgesetz des Bundes sind nur Berufe im Zuständigkeitsbereich des Bundes betroffen. Es regelt nicht die Berufe, für die die Länder zuständig sind, wie zum Beispiel Lehrer/in, Erzieher/in, Sozialpädagoge/in, Ingenieure/innen und Architekten/innen. Für diese Berufe wird die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse durch Ländergesetze geregelt. Die Bundesländer  sind derzeit dabei, entsprechende Ländergesetze auf den Weg zu bringen. Der aktuelle Stand kann unter diesem Link nachgelesen werden: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/laendergesetze.php

Reglementierte Berufe

Reglementierte Berufe sind Berufe, für deren Aufnahme und Ausübung der Besitz einer bestimmten Berufsqualifikation durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften vorgeschrieben ist. In Deutschland sind das zum Beispiel Berufe im medizinischen Bereich, Rechtsberufe, zahlreiche Meisterabschlüsse oder Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen sowie Berufe im öffentlichen Dienst. Nicht reglementierte Berufe sind beispielsweise Studienabschlüsse im geisteswissenschaftlichen oder ökonomischen Bereich oder Ausbildungsberufe wie Einzelhandelskauffrau.

Anerkennung des Hochschulzugangs

Wenn die Anerkennung bzw. die Bestätigung des direkten Hochschulzugangs eine bestimmte Universität ausgestellt hat, gilt diese dann nur für die angefragte Hochschule. Inwieweit auch eine andere angefragte Hochschule einen Zugang anerkennt liegt in deren Entscheidung.

Berufliche Anerkennung - Lehrerberuf

Eine persönliche und kostenlose Beratung zu beruflichen Anerkennungsverfahren kann in einer Erstanlaufstelle erfolgen. Unter dem folgenden Link können Erstanlaufstelle in der Nähe recherchiert werden: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/beratungs_angebote.php

Die Anerkennungsberater/-innen vor Ort könnten sich auch bereits erteilte Bescheide eingehend ansehen und zum weiteren Vorgehen beraten. Es ist z.B. bei Lehrerqualifikationen wichtig, dass das Anerkennungsverfahren im angestrebten Bundesland erfolgt, da Lehrerqualifikationen in jedem Bundesland unterschiedlich gesetzlich geregelt sind.

Zeugnisbewertung

Für einen Hochschulabschluss besteht gegebenenfalls die Möglichkeit einer individuellen Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen. Diese Zeugnisbewertung ist ein offizielles Dokument, in dem eine ausländische Hochschulqualifikation beschrieben wird und die beruflichen und akademischen Verwendungsmöglichkeiten bescheinigt werden (Diplomasupplement). Die Zeugnisbewertung kann bei Bewerbungen auf nicht reglementierte Tätigkeiten verwendet werden und dient bei der Beantragung einer Blauen Karte EU auch als Nachweis, dass man einen ausländischen, mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren, Hochschulabschluss hat.

Alle Informationen zur Zeugnisbewertung, insbesondere auch zu den Gebühren, dem Antragsverfahren und den einzureichenden Unterlangen können Sie dem folgenden Link entnehmen: http://www.kmk.org/zab/zeugnisbewertungen.html

Dort finden Sie ebenfalls Informationen zum Verfahren und den benötigten Unterlagen.

Übersetzung der Unterlagen/Beglaubigungen

In der Regel müssen die für die Berufsanerkennung einzureichenden Unterlagen ins Deutsche übersetzt sein. Welche Dokumente eingereicht werden müssen, kann bei der für das Anerkennungsverfahren zuständigen Stelle erfragt werden. Ein staatlich beeidigter Übersetzer in der Nähe kann auf folgender Internetseite herausgesucht werden (unter Eingabe Ihrer Postleitzahl): www.justiz-uebersetzer.de

Übersetzungen können auch im Herkunftsland angefertigt werden, jedoch sollte der/die Übersetzer/-in bei der dortigen deutschen Botschaft eingetragen sein. Beglaubigungen können von öffentlichen Stellen, die ein Dienstsiegel besitzen, angefertigt werden.

Die Kosten für Übersetzungen richten sich meistens nach dem Umfang der Texte, die übersetzt werden sollen.  Am besten ist es, wenn mehrere Angebote von beeidigten Übersetzern erfragt werden.

Gebühren für das Anerkennungsverfahren

Die Gebühren für ein Anerkennungsverfahren kennen die zuständigen Stellen in jedem Bundesland. Wichtig ist, dass ein Verfahren in einem bestimmten Bundesland nur möglich ist, wenn dort der angestrebte Wohnsitz oder Arbeitsplatz liegt. Die Beratung bei einer Beratungsstelle im Netzwerk IQ ist kostenlos.

Vertriebene und Kontingentflüchtlinge

Bei der Anerkennung der Abschlüsse  können Unterschiede gemacht werden zwischen Vertriebenen und Kontingentflüchtlingen. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Bundesvertriebenengesetz einen Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren für alle ausländischen Qualifikationen, unabhängig in welchem Bereich enthält. Dieser Anspruch gilt für diejenigen, die als Vertriebene anerkannt sind.

Flüchtlinge

Flüchtlinge können ihre Abschlüsse anerkennen lassen. Das Anerkennungsverfahren ist unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Wichtig ist, dass die Unterlagen hier vor Ort sind. Die zuständige Stelle finden Sie unter: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater/.

Was das Thema weiterstudieren betrifft, so liegt es im Ermessen der jeweiligen Hochschule, ob bereits im Ausland absolvierte Seminare angerechnet werden können.

Arztberuf

Um in Deutschland als Arzt bzw. Ärztin zu arbeiten, wird eine Berufserlaubnis benötigt (für eine befristete Tätigkeit in Deutschland) oder eine staatliche Zulassung (Approbation).  Im Rahmen des Approbationsverfahrens überprüft die zuständige Stelle die Gleichwertigkeit des Abschlusses mit dem entsprechenden deutschen Abschluss. Laut Gesetz müssen für die Approbation entsprechende Deutschkenntnisse - in der Regel wird mindestens B2-Niveau verlangt - vorliegen. Die für das Anerkennungsverfahren jeweils zuständigen Stellen verfahren individuell, wie dies geprüft wird. Die für Ihr Anerkennungsverfahren zuständige Stelle können Sie über den folgenden Link finden: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater/.

Wer für Sie zuständig wird, entscheidet sich danach, wo in Deutschland gearbeitet werden soll bzw. nach dem Wohnort.  Eine detaillierte Beratung kann bei den Beratungsstellen des IQ Netzwerks erfolgen. Die Adressen gibt es unter http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/beratungsstellen_iq_netzwerk.php.

Erzieherin

Der Beruf - Erzieherin -  ist in Deutschland landesrechtlich reglementiert. Das bedeutet, dass der Beruf nicht ohne ein staatliches Zulassungsverfahren und ohne eine Anerkennung einer Berufsqualifikation ausgeübt werden darf. Dabei sind die Voraussetzungen an die jeweiligen Gesetze der einzelnen Bundesländer gebunden.  Die zuständige Stelle für ein solches Verfahren kann auf http://www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater/ in wenigen Schritten selbst ermittelt werden. Sollte eine individuelle Beratung gewünscht sein, kann auch auf http://netzwerk-iq.de eine Anlaufstelle des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ in Ihrer Nähe gefunden werden. Diese Stellen bieten Informationen zu den Verfahren der beruflichen Anerkennung und verweisen Anerkennungssuchende an die für ihr Anliegen zuständige Stelle.

Physiotherapeutin/Anerkennung vom Ausland aus

Der Beruf der Physiotherapeutin ist in Deutschland landesrechtlich reglementiert. Das bedeutet, dass der Beruf ohne ein  staatliches Zulassungsverfahren und ohne eine Anerkennung ihrer Berufsqualifikation nicht ausgeübt werden darf. Dabei sind die Voraussetzungen an die jeweiligen Gesetze der einzelnen Bundesländer gebunden. Die zuständige Stelle für ein solches Verfahren richtet sich dabei nach dem gewünschten Wohn- bzw.  Arbeitsort.  Es kann ein Antrag auf Anerkennung des Berufsabschlusses gestellt werden, auch wenn man sich noch nicht in Deutschland befindet. Die zuständige Stelle kann auf http://www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater/ in wenigen Schritten selbst ermittelt werden. Die zuständige Stelle kennt die  genauen Voraussetzungen zum Nachweis der Sprachkenntnisse und auch die ungefähre Dauer des Anerkennungsverfahrens. Wenn zusätzliche Unterstützung und Beratung (z.B. bei der Jobsuche) im europäischen Ausland benötigt wird, kann  ein EURES-Beraterhelfen. Einen Berater in der Nähe kann hier selbst ermittelt werden: https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?acro=eures&lang=de&catId=3&parentCategory=3
Das passende Anerkennungsverfahren richtet sich nicht nur nach dem Abschluss, sondern auch nach der konkreten Tätigkeit, die in Deutschland ausgeübt werden soll.

Pharmazeutisch- Technische Assistentin (PTA)

Der deutsche Beruf der PTA (Pharmazeutisch- Technische Assistentin) ist bundesrechtlich reglementiert. Um in diesem Beruf zu arbeiten ist ein Anerkennungsverfahren zwingend erforderlich. Die zuständige Stelle kann unter: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater/ erfragt werden.

Krankenschwester/Bewerbung aus dem Ausland

Ein Anerkennungsverfahren kann auch bereits aus dem Ausland eingeleitet werden. Ein guter Ansprechpartner ist die Anerkennungs-Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 9 Uhr und 15 Uhr unter der Nummer:+49 30 1815-1111 zu den üblichen Kosten ins deutsche Festnetz erreichbar ist. Es kann auch das Kontaktformular auf der Seite www.bamf.de unter dem Punkt Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse oder über www.anerkennung-in-deutschland.de genutzt werden und eine Nachricht geschickt werden. Beraten wird in deutscher und englischer Sprache.

Pharmazie

Tätigkeiten im Bereich der Pharmazie sind in Deutschland nicht reglementiert. Lediglich der Beruf der Apothekerin, des Apothekers ist ein reglementierter Beruf. Das heißt, die Berufsausübung ist nicht an gesetzliche Bestimmungen gebunden. Eine Bewerbung auf die entsprechenden Stellen ist möglich.  Die  Anerkennung eines Abschlusses als Apothekerin (die Approbation) ist notwendig, um in diesem Beruf arbeiten zu dürfen. Die hierfür zuständige Stelle können Sie unter dem folgenden Link in wenigen Schritten recherchieren: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater

Es geht bei der beruflichen Anerkennung also nicht nur darum, welche Qualifikationen mitgebracht werden, sondern auch darum in welchen (speziellen) Bereichen mit diesen Qualifikationen gearbeitet werden möchte.

Physiotherapeutin

Bei einer schwierigen Anerkennung ist es sinnvoll, einen Termin beim Netzwerk IQ in Anspruch zu nehmen. Adressen der Beratungsstellen finden Sie unter http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/beratungsstellen_iq_netzwerk.php.
Im Falle vieler Abschlüsse in diesem Bereich gibt es neben der Anlaufstelle im IQ Netzwerk auch die Möglichkeit, sich an die sogenannte Solvit Stelle für die Richtlinie 2005/36/EG zu wenden, s. http://ec.europa.eu/solvit/what-is-solvit/index_de.htm
Zu den Beratungen sollten bereits ergangene Bescheide mitgenommen werden.

Juristin

Bei der beruflichen Tätigkeit als Juristin muss zwischen der juristischen Tätigkeit in reglementierten und in nicht reglementierten Berufen unterschieden werden.
http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/rechtsanwalt.php

a) Juristische Tätigkeiten in nicht reglementierten Berufen

Jurist/innen können in der privaten Wirtschaft, z.B. in Rechts- und Personalabteilungen von Unternehmen sowie bei Banken und Versicherungen aber auch in der Öffentlichen Verwaltung, etwa bei Ministerien, Ämtern und Behörden, sowie in Rechtsanwaltskanzleien, Notariaten, Patentanwaltskanzleien und in Institutionen der Rechtspflege tätig sein.
Soweit es sich dabei um nicht-reglementierte Tätigkeiten handelt, ist eine Anerkennung keine zwingende Voraussetzung. Das heißt, Sie können sich auf solche Stellen auch ohne eine formale Gleichwertigkeitsbescheinigung (Anerkennung) bewerben.
Ergänzend kann ein ausländischer Studienabschluss auch bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (http://www.kmk.org/zab/zeugnisbewertungen.html) bewertet werden. Mit dieser Bescheinigung können Arbeitgeber die Qualifikation besser einschätzen.

b) Juristische Tätigkeiten in reglementierten Berufen

der Zugang zur Tätigkeit als Rechtsanwältin bzw. -anwalt, Notar/in, Staatsanwalt bzw. -anwältin oder als Richter/in ist in Deutschland bundesrechtlich reglementiert. Die Feststellung der Gleichwertigkeit (Anerkennung) ist zwingende Voraussetzung dafür, dass der Beruf in Deutschland ausgeübt werden kann. Ein Anerkennungsverfahren ist jedoch nur möglich, wenn Sie Ihren juristischen Hochschulabschluss in der EU, dem EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) oder der Schweiz erworben haben. Für die Anerkennung der reglementierten Berufe findet sich die zuständige Stelle über den folgenden Link: www.anerkennung-in-deutschland.de/tools/berater/, wichtig hierbei ist, dass angegeben wird, welcher Beruf in Deutschland ausgeübt werden soll. Nach Auswahl der Berufsbezeichnung und des Wohnortes werden die zuständige Stelle sowie weitere Informationen angezeigt.
Für eine persönliche und kostenlose Beratung zur beruflichen Anerkennung stehen deutschlandweit verschiedene Erstanlaufstellen zur Verfügung. Unter dem folgenden Link können Sie eine Erstanlaufstelle in Ihrer Nähe recherchieren: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/beratungsstellen_iq_netzwerk.php

Diese Anlaufstellen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ bieten Informationen zu den Verfahren der beruflichen Anerkennung und verweisen Anerkennungssuchende an die für ihr Anliegen zuständige Stelle.

Kontakt

DaMigra e. V.
Dachverband der Migrantinnenorganisationen
Am Sudhaus 2
12053 Berlin
Phone: 030 255 685 12
Mail: info[at]damigra.de