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Antidiskriminierung und Empowerment

Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte sind oft von mehreren Diskriminierungsformen gleichzeitig betroffen

2006 trat in Deutschland das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft. Das Gesetz hat das Ziel Diskriminierung aufgrund der (zugeschriebenen) ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte sind dabei oft von mehreren Diskriminierungsformen zugleich betroffen, d. h. Frau* zu sein, nicht deutsch bzw. nicht weiß zu sein, aus einer benachteiligten sozialen Schicht zu kommen, hohen Alters und/oder mit einer Behinderung zu leben, homo-, trans-, oder intersexuell zu sein, führt dazu, dass viele gesellschaftliche Ausschlüsse ineinander verschränkt bzw. intersektional erlebt werden.

Intersektionalität bezeichnet einen Ansatz, der die Verwobenheiten, “Überkreuzungen” (intersections) sowie Interdependenzen von sozialen Kategorien wie Ethnizität, Gender, Nation und Klasse zusammen erklärt. Demnach sollen ungleichheitsproduzierende Kategorien wie Gender, „Rasse“ und „Klasse“ einerseits nicht mehr isoliert voneinander betrachtet werden. Der Ansatz berücksichtigt daher nicht nur unterschiedliche soziale Kategorien, sondern stellt vor allem ihre Wechselwirkungen in den Vordergrund. Die Kategorie „Geschlecht“ verweist somit nicht nur auf die Konstruktion der Geschlechterrollen von „Frau*“ und “Mann*“, sondern macht insbesondere das Zusammenwirken von unterschiedlichen Diskriminierungsformen, wie etwa Sexismus und Rassismus, deutlich.

Diese Ausschlüsse erleben Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte nicht nur im Alltag, sondern auch durch diskriminierende Strukturen und Gesetze, wie u. a. durch die Residenzpflicht, durch verdachtsunabhängige Polizeikontrollen oder durch den eingeschränkten Zugang zum Bildungs-, Arbeits- und Gesundheitssystem.

Die Lebensrealitäten von Migrantinnen* und geflüchteten Frauen* zeigen, wie sehr der Zugang zum Recht bereits ein Privileg darstellt. DaMigra setzt sich gegen jede Form von Diskriminierung ein und bietet via das MUT-Projekt intersektionale Grund- und Menschenrechtsbildung von und für Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte an.