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Gesundheit und Gesundheitsversorgung

Barrieren im Gesundheitssektor führen oftmals zu einer prekären Gesundheitssituation von Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte.

Migrantinnen* sind aufgrund diverser psychischer und physischer Faktoren oft vorbelastet. Hierzu zählen auch Traumatisierung durch Krieg und Flucht. Viele Frauen* erleben durch die Migration einen Statusverlust, dadurch findet eine Unterschichtung im beruflichen und sozialen Umfeld statt, die auch zu prekärer Gesundheitssituation führt. Zudem migrieren Frauen* oft mit ihren Kindern, was gerade für Alleinerziehende eine enorme Belastung darstellt.

Migrantinnen*, die bereits dauerhaft in der BRD leben, stossen auf Barrieren im Gesundheitssektor. Beispielsweise fehlen bundesweit mehrsprachige Gesundheitsangebote, Ärzt*innen und Therapeut*innen.
Bei geflüchteten Frauen* im Asylverfahren werden die Therapiekosten nicht übernommen bzw. es wird nur die Notfallversorgung gesichert.
In manchen Fällen haben die Frauen* abhängig von ihrem Aufenthalsstatus sogar gar keinen Krankenversicherungsschutz für sich und ihre Kinder*.

 

Null Toleranz für Genitalverstümmelung

Weibliche Beschneidung ist nicht nur ein Problem ferner Länder, sondern auch in Europa werden Mädchen ohne medizinische Indikation beschnitten. Die Zahl der betroffenen Mädchen sei sogar gestiegen.

Unsere Vorstandsbeisitzerin und Vorsitzende von FORWARD Germany – Foundation for Women’s Health Research and Development – Dr. Pierrette Herzberger-Fofana engagiert sich vielfältig auf lokaler, nationaler als auch internationaler Ebene um die Aufklärung und Bekämpfung von genitaler Verstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM). Dazu hat sie im Februar 2016 einen Artikel veröffentlicht der an Aktualität nichts verloren hat. Hier ein paar Auszüge davon:

„Gemeinsam mobilisieren wir uns, um die Abschaffung der Genitalverstümmelung bis 2030 zu erreichen.“

Dies schlug die UNO am 6.Februar 2016 im Einklang mit dem Inter-Afrikanischen Komitee (IAC/CI-AF) vor.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Viele Migrantinnen aus den Sub-Sahara Ländern Afrikas halten dennoch an den heimatlichen Riten einer Genitalverstümmelung (FGM) fest. Die Zuwanderung von Mädchen und Frauen aus den Hochburgen der FGM wie Somalia, Äthiopien und Eritrea zeigt die Brisanz dieser Thematik in Deutschland.

“Die Flüchtlingspolitik wird nicht unter dem Aspekt „Gender“ behandelt und die speziellen Probleme, die geflüchtete Frauen betreffen, haben noch keine Resonanz gefunden.”

So Dr. Pierrette Herzberger-Fofana am Aktionstag der UNO – Null Toleranz gegenüber weiblicher Beschneidung oder Genitalverstümmelung.

In Deutschland ist die FGM seit Juni 2013 strafbar und efüllt den Straftatbestand der schweren Körperverletzung. Aus der Geschichte haben wir jedoch gelernt, dass die Verabschiedung eines Gesetzes nicht zwangsläufig eine Mentalitätsveränderung bedeutet. Aber das Gesetz erleichtert die Arbeit der engagierten Aktivistinnen, des medizinischen Personals und der PraktikerInnen. Es ermutigt auch die überzeugten Eltern auf den Brauch zu verzichten.

Mit Optimismus blicken wir in die Zukunft: die Eröffnung zweier Rekonstruktionsabteilungen für die weiblichen Organe in Kliniken in Aachen und Berlin wird dazu beitragen, daß betroffene Frauen ihre Weiblichkeit zurückerobern werden. Seit 2014 können sogar die Fachärzte ihre Leistung für Kassenpatienten bei den jeweiligen Krankenkassen abrechnen.

DaMigra und FORWARD-Germany unterstützen alle  Menschen auf der ganzen Welt, die mit Respekt vor anderen Kulturen zur Abschaffung der FGM beitragen. Denn wir kämpfen nicht gegen die Tradition, sondern für das Ende eines Gewaltakts, der gesundheitsgefährdende Auswirkungen auf das Leben vieler Frauen hat.

Null Toleranz für Genitalverstümmelung

 

 

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