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„Wir sind müde, immer diejenigen zu sein, die Rassismus bekämpfen müssen“ – Ein Rückblick zu den Filmnachmittagen „Die Arier“ von Mo Asumang

Am 29.11.2023 und 01.12.2023 haben wir zwei Filmnachmittagen in Kooperation mit der Kunst- und Kultureinrichtung Oyoun in Berlin-Neukölln veranstaltet. Insgesamt 30 Frauen haben an den Vorführungen des Dokumentarfilms der afrodeutschen Filmmacherin Mo Asumang „Die Arier“ (2014) teilgenommen.

„Bin ich weniger Wert? Weniger als ein weißer Mensch?“ hinterfragt sich Mo Asumang ganz am Anfang des Films „Die Arier“. Die Regisseurin geht auf der Suche nach den Ursprüngen des Arier-Begriffs und macht deutlich, wie der Begriff bis heute von Rechtsextremen in Deutschland und den USA missbraucht wird. Das Anliegen von Asumang besteht darin, diese Geschichte verständlicher zu machen. Dafür reist sie zu den historischen Ariern in den Iran aber auch in die USA, wo sie sich mit Rassisten trifft. Sie geht zu rechtsradikalen Demonstrationen, um mit den Teilnehmenden zu sprechen: Sie möchte herausfinden, warum Menschen rassistisch ausgegrenzt werden. Mo Asumang benennt rassistische Kategorisierungen, Stereotype und Vorurteile und zeigt auf, was uns hilft, Rassismus entgegenzutreten. Sie zeigt hervorragend, wie Hass und rechte Propaganda bekämpft werden können. Nach der Vorführung wurden Eindrücke ausgetauscht – vor allem ging es darum, die Gefühle, die der Film bei den Teilnehmenden ausgelöst hat, zu reflektieren.

„Wir sind tief beeindruckt, wie die Regisseurin sich mit den Rechtsextremen auseinandersetzt. Sie ist sehr mutig. Es zeigt, dass Rassismus überall ist und dass viele Menschen Rassismus erfahren. Jetzt verstehen wir, wie absurd die Anwendung des Worts „Arier“ ist und wie es in der Geschichte und in Deutschland missbraucht wird. Die deutsche Sprache ist zwar sehr schwer, aber wir können nicht warten, bis wir die Sprache beherrschen, um uns gegen Hass und Gewalt zu empowern.  Es ist eine tolle Gelegenheit, sich solche Filme anzuschauen, aber wir brauchen mehr Trainings, um zu lernen, wie wir uns gegen Rassismus wehren sollen. Verstehen ist wichtig, wir fühlen uns aber oft im Stich gelassen, wenn es darum geht, Rassismus in der Praxis zu bekämpfen“, sagt eine der Teilnehmer*innen. „Wir sind der Meinung, dass auch die Mehrheitsgesellschaft solche Filme anschauen sollte. Wir sind müde, immer diejenigen zu sein, die Rassismus bekämpfen müssen. Auch weißen Menschen müssen uns unterstützen, sich bilden und aktiv Rassismus bekämpfen. Wir wünschen uns auch mehr Unterstützung und Empathie von Deutschen“, betont eine Andere.

An dieser Stelle wollen wir das Kulturzentrum Oyoun ganz herzlich für die großartige Zusammenarbeit bedanken und ihnen unsere Solidarität zeigen. Oyoun entwickelt künstlerisch-kulturelle Projekte mit migrantischen, dekolonialen und queer*feministischen Perspektiven. Das Kulturzentrum gibt marginalisierten Minderheiten Raum und macht deren Stimmen hörbar. Wenn Sie in der Lage sind, Oyoun zu unterstützen, können Sie hier konkret helfen, den Kanälen folgen und/oder die Kampagne mit Freund*innen und Bekannten teilen: https://www.gofundme.com/f/save-oyoun-protect-artistic-freedom?utm_campaign=p_lico+share-sheet-first-launch&utm_medium=copy_link&utm_source=customer
Oyoun muss bleiben!

Women rais.ed  ist ein von DaMigra ins Leben gerufenes Antirassismusprojekt, welches sich an Frauen und Mädchen richtet, die Rassismus, Sexismus und Mehrfachdiskriminierung  erfahren. Wir unterstützen im Erkennen von Rassismus & Sexismus, ermutigen zur Selbstermächtigung und empowern für einen kollektiven Kampf gegen Diskriminierung!

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