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Workshop beim Türkischen Frauenverein e.V. zum Thema Rassismus im Gesundheitswesen: ein Rückblick

Am 18.01.2024 hat Pelin Sener Derventli, die Referentin von women rais.ed in der Region West, einen Workshop zum Thema Rassismus im Gesundheitswesen in Berlin geleitet. Die Veranstaltung war von der Referentin der Region Nord, Adeline Haaby organisiert und in Kooperation mit dem Türkischen Frauenverein Berlin e.V. . Die Veranstaltung fand auf Türkisch statt, was den Teilnehmerinnen ermöglicht, sich leichter und Barrieren frei in der Diskussion teilzuhaben.

Zunächst wurden die Teilnehmerinnen über die Ergebnisse der von DEZIM durchgeführten Studie über Rassismus und seine Symptome informiert. Die Teilnehmerinnen (11 Frauen)diskutierten über Probleme, mit denen sie alltäglich konfrontiert sind und suchten gemeinsam nach Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten. Sprachbarriere war ein wichtiges Thema im Workshop. Einige Teilnehmerinnen sind auf die Hilfe von ihren Kindern und Verwandten als Sprachvermittler*innen beim Arzttermin angewiesen. Dies führe zu einem Verlust an Vertraulichkeit und Privatsphäre, die zwischen Patient*innen und Ärzt*innen gewahrt werden sollten.

Die Referentin von women rais.ed, Pelin Sener Derventli konnte dabei feststellen, dass unzureichende Informationen darüber gibt, wo man sich gegen Rassismus und Diskriminierung im Gesundheitsbereich wenden kann. „Es reicht nicht aus, die Diskriminierungen zu melden, die migrierte Frauen in diesem Bereich erleben. Dabei sind auch dringende Lösungen erforderlich. Zum Beispiel bei solchen Fällen den Arzt zu wechseln, einen anderen Termin woanders zu bekommen oder eine zweite Meinung einzuholen. Dazu gehört auch die Tatsache, dass die Beschwerden dieser Frauen oft als psychosomatische Krankheit bezeichnet werden und die eigentlichen Ursachen der Schmerzen übersehen werden.“ betont sie. Der türkische Frauenverein bietet auch Beratungen für Frauen zu verschiedenen Themen an, wie zum Beispiel Rassismus im Gesundheitswesen. „Unsere Bedürfnisse sollen berücksichtigt werden. Wir wollen unsere Gesundheit aufgrund von Rassismus und Diskriminierungen nicht verlieren, indem wir Hilfe suchen, weil wir krank sind.“ teilt eine der Teilnehmerinnen mit.

Die Teilnehmerinnen sprachen nicht nur über unterschiedliche Benachteiligungen von Migrantinnen im Gesundheitssystem, sondern auch über weitere Schwierigkeiten im Versorgungszugang, wie die langen Wartezeiten für Arzttermine, diverse Probleme beim Zugang zu Früherkennungsuntersuche und Behandlungen oder nicht abgesprochene Zuzahlungen. Einige dieser Probleme können in Verbindung mit Diskriminierung stehen, andere jedoch mit den begrenzten Kapazitäten im Gesundheitssystem oder finanziellen Schwierigkeiten bei der Deckung von Kosten für Behandlungen und Untersuchungen.

women rais.ed ist ein von DaMigra ins Leben gerufenes Antirassismus-Projekt, welches sich an Frauen und Mädchen richtet, die Rassismus, Sexismus und Mehrfachdiskriminierung erfahren. Wir unterstützen im Erkennen von Rassismus & Sexismus, ermutigen zur Selbstermächtigung und empowern für einen kollektiven Kampf gegen Diskriminierung!

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