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Starke Stimmen

DaMigra lebt nicht allein von politischen oder empowernden Veranstaltungen, sondern insbesondere von mutigen, starken Frauen*, die sich in den Mitgliedsorganisationen und Projekten engagieren. Ihnen, ihrem Engagement, ihren Geschichten, Visionen und Ratschlägen möchten wir hier Raum geben.


Fariba Fazeli

Fariba Fazeli ist gemeinsam mit ihrer Kollegin Lamia Baddour im Frauen*projekt einer selbstorganisierten, emanzipatorischen Refugee-Initiative in Marzahn-Hellersdorf (Berlin) aktiv. Außerdem engagiert sie sich als Brückenbauerin* im MUT-Projekt von DaMigra e.V.

Faribas Einsatz für die Vernetzung von Frauen* mit Fluchtgeschichte, für die Organisation von feministischen Workshops, Computerkursen und Beratungsangeboten – all das hat dazu geführt, dass sie zu einer zentralen Ansprechperson für viele Frauen* in Marzahn-Hellersdorf geworden ist. Im MUT-Projekt engagiert sie sich, weil sie dessen Zielsetzungen wichtig findet.


Das politische Engagement und der aktive Einsatz mit und für Frauen* mit Fluchtgeschichte ist für Fariba, die vor etwa drei Jahren aus Afghanistan nach Deutschland gekommen ist, sehr bedeutend. Es gibt in verschiedensten Bereichen dringenden Handlungsbedarf. Beispielsweise leben viele der Frauen*, mit denen Fariba arbeitet, in Heimen für Geflüchtete und leiden unter der belastenden Wohnsituation.

Faribas Meinung nach ist das eines der dringendsten Probleme für zahlreiche Menschen mit Fluchtgeschichte in Deutschland: „Sie wünschen sich so schnell wie möglich eine eigene Wohnung.“

In Zukunft möchte Fariba ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern und schließlich eine Ausbildung im sozialen Bereich absolvieren, um auch beruflich zur Unterstützung von Frauen* tätig sein zu können. Selbstständig zu sein und arbeiten zu können ist Fariba sehr wichtig.

Eine selbstbestimmte Lebensgestaltung ist in Afghanistan nur sehr eingeschränkt möglich. Viele geflüchtete Frauen, die nach Deutschland kommen, möchten hier ihr Recht auf gesellschaftliche Teilhabe aktiv umsetzen. Dem Streben nach Selbstbestimmung stehen jedoch zahlreiche Hürden und Formen massiver, struktureller Diskriminierung gegenüber. Hinzu kommt, dass für viele Frauen* – auch für Fariba – unklar ist, ob sie überhaupt in Deutschland bleiben können.


Ghadeer Romman

Ghadeer Romman ist im Vorstand eines Arabisch-Deutschen Kulturvereins und Mitglied von „Freiburgerinnen aus aller Welt“. Der Medientreffpunkt „Freiburgerinnen aus aller Welt“ entwickelte sich 2012 aus einem interkulturellen Medien-Qualifizierungsprojekt und ist seither bei dem Verein Kommunikation & Medien e.V. angedockt. Mehr als 150 Frauen aus 80 Herkunftsländern beteiligten sich seither mit Beiträgen bei drei Kochbüchern, die inzwischen als soziales Netzwerk fungieren und gestalteten Filmbeiträge. Die Medienproduktionen werden im Kontext von kulturellen Veranstaltungen vor Ort und weit darüber hinaus präsentiert. Die Freiburgerinnen aus aller Welt stehen für eine Idee des multikulturellen Zusammenlebens in Freiburg. Über Soziale Netzwerke wird die transkulturelle Vernetzung gepflegt.

 

Ghadeer Romman wohnt seit 1991 in Deutschland. Sie ist Sozialpädagogin und hat 2003 ihre eigene Kindertagesstätte (Kita) gegründet.

1998 fing Ghadeer an, bei der Kita der Uniklinik Freiburg als Erzieherin zu arbeiten. Nach zwei Jahren wurde ihr die Leitung der Kita angeboten und sie arbeitete dann ein Jahr als Leiterin, bevor sie 2002 auf die Idee kam, ihre eigene Kita zu gründen.

Ghadeer studierte in Jerusalem Sozialarbeit und musste nur ein paar Kurse nachlegen, um ihr Zeugnis in Deutschland anerkennen zu lassen. Kurz nachdem sie nach Deutschland zog, arbeitete sie beim Jugendamt mit geflüchteten Jugendlichen.

Ghadeer hat ein paar Ratschläge für Frauen* mit Flucht- oder Migrationsgeschichte: „Der erste Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben ist die Sprache: Lernt fleißig Deutsch. So könnt ihr eure Ziele leichter erreichen.“

Außerdem betont Ghadeer, dass die Hoffnung nie aufgegeben werden darf: „Nur mit Hoffnung können Ziele erreicht werden. Glaubt an euch selber, ihr schafft das! Und haltet zusammen und seid solidarisch mit anderen Frauen: Wenn sich Frauen gegenseitig unterstützen, wird der Kampf viel leichter.“

31. März 2020

Die Pandemie kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten. Die rückständigen Kräfte, die seit Langem mehr Abschottung und Nationalismus fordern, nutzen sie jedoch für ihre populistischen Zwecke. Ihre Propaganda trifft auf eine politische Zeit, in der die Beschneidung von Grundrechten von einem großen Teil der Bevölkerung ohne Aufschrei hingenommen wird und „Zuhause bleiben“ zum gefeierten Wort der Stunde wird. Aber: Zuhause bleiben ist ein Privileg. Tausende von Menschen werden gezwungen, in Lagern zu leben, weil sie ihr Zuhause aufgrund von Krieg oder Verfolgung verloren haben. Andere müssen weiterhin in unterbezahlten und risikoreichen Bereichen schuften, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie zu ermöglichen.

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20. März 2020

„Die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von COVID-19 offenbaren einmal mehr, wie in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Während auf der einen Seite zu sozialer Distanzierung und eingeschränkter Mobilität aufgerufen wird, werden Abschiebungen nach Afghanistan durchgeführt und geflüchtete Menschen in Lagern gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben. Die Bundesregierung muss agieren, und endlich eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung ermöglichen.“

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19. März 2020

Wir mit müssen mit denen solidarisch sein, die von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffen sind. Das sind schwache, kranke und ältere Menschen und die Menschen, die zum Teil seit Jahren an den Außengrenzen in Erstaufnahmelagern unter unzumutbaren Bedingungen festsitzen. Diese Menschen sind oft durch die menschenunwürdigen Bedingungen ohnehin geschwächt. Diese Menschen können keinen Abstand untereinander halten, weil die Lager überfüllt sind. Diese Menschen können keine Hygienemaßnahmen für sich umsetzen, weil die Lager nicht ausreichend mit sanitären Anlagen ausgestattet sind. Diese Menschen haben wenige bis keine Informationen, wie sie sich schützen können. Für die von der Maßnahme betroffenen Menschen, darunter zahlreiche Frauen* und Kinder, ist die Aussetzung der humanitären Aufnahme katastrophal, die Folgen sind kaum absehbar. Wenn wir die Welt zu einer Festung machen und diese Menschen nicht mitnehmen, haben wir alle als Menschen versagt.

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