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Migrantinnen*märz

100 Jahre Frauen*wahlrecht – für alle? Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte fordern Ihre politische Teilhabe ein

Vor hundert Jahren kämpften engagierte Frauen* noch für etwas, das heute ganz selbstverständlich scheint – das Wahlrecht für Frauen*. Frauenrechtlerin Clara Zetkin forderte bereits 1907 das gleiche und freie Frauen*wahlrecht, das schließlich am 12. November 1918 eingeführt wurde. 100 Jahre Frauen*wahlrecht in Deutschland – also alles in Ordnung heute, oder?

Mit Blick auf die Gegenwart stellt man jedoch fest, dass das Frauen*wahlrecht nicht unbedingt die gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen* bedeutet. So ist beispielsweise der Frauen*anteil im Bundestag mit 30,9 Prozent so niedrig wie zuletzt vor 19 Jahren – eine erschreckende Rückwärtsentwicklung. In den Länderparlamenten sieht es ähnlich aus. In Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg liegt der Anteil an weiblichen Abgeordneten mit 25,4 bzw. 24,5 Prozent deutlich unter dem des Bundestags. Noch deutlicher unterrepräsentiert sind Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, die lediglich 8 Prozent aller Abgeordneten ausmachen. Wie viele davon Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte sind, wird nicht erhoben.

Im Migrantinnen*März 2018 wollen wir Frauen* mit Migrations- und Fluchterfahrung in der öffentlichen Sphäre sichtbar machen und Präsenz zeigen mit unseren Forderungen. Das heißt konkret, dass über niederschwellige, zielgruppengerechte und partizipative Veranstaltungen die Möglichkeiten für mehr politische Teilhabe von Migrantinnen* aufgezeigt werden. Der Fokus soll dabei auf öffentlichen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Veranstaltungen liegen wie z.B. der Organisation von Demonstrationen oder anderen kreativen Straßenaktionen, die einerseits auf die mangelnden Möglichkeiten für Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte hinweisen, sich aktiv politisch zu beteiligen. Andererseits sollen die Veranstaltungen und Aktionen die Zielgruppe empowern und Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte die Plattform bieten, Anliegen zu formulieren und öffentlich einzufordern. Die Frauen* sollen als aktive und selbsthandelnde Personen im Fokus stehen und ihre eigenen Forderungen ausformulieren können.

Insgesamt sollen durch die Veranstaltungen im Migrantinnen*März das politische (Selbst-) Bewusstsein sowie die Kenntnisse über Möglichkeiten der politischen Teilhabe als Migrantin* gestärkt werden. In Deutschland lebende Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte verfügen über politische, kulturelle, soziale Potenziale und Expertise, die es zu sensibilisieren, zu fördern und zu nutzen gilt, damit das demokratische System endlich alle miteinschließt und die demokratische Vielfalt in Deutschland sich widerspiegelt.
Unsere Zielgruppe gilt es besonders zu stärken und zu ermutigen. Sie sind auf Grund ihrer gesellschaftlichen Position und sozialem Status besonders von Mehrfachdiskriminierung betroffen und ihre politische Partizipation ist in Deutschland auch juristisch eingeschränkt. Die Veranstaltungen im Rahmen des Migrantinnen*März zielen auf das Empowerment der Zielgruppe und dem Erfahrungsaustausch untereinander ab. Zudem sollen die Teilnehmerinnen* zu Multiplikatorinnen* im Bereich politischer Teilhabe für Migrantinnen* und geflüchtete Frauen* werden. Ferner sollen die Hemmschwellen für eine politische Partizipation jener Frauen* abgebaut und andere Möglichkeiten der politischen Teilhabe aufgezeigt werden. Das selbstbewusste Einstehen und Fordern ihrer Grund- und Menschenrechte soll gestärkt werden.

DaMigra e.V. und zahlreiche Unterstützer*innen fordern Social-Media-Nutzer*innen dazu auf, ein Zeichen zu setzen: Kein Rassismus im Namen von …

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Wuppertal, 03. Februar 2018 - 30. November 2018

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