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25.11. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Im Schatten des aktuellen Weltgeschehens zeigt sich erneut die groteske Fratze geschlechtsspezifischer Gewalt und ihre Verzahnung mit jeglichen Gewaltformen weltweit.

Berlin, 25.11.2022. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist ein Aktionstag, in dessen Mittelpunkt die Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen, Mädchen und Mitgliedern der LGBTQIA* Community, die patriarchaler Gewalt ausgesetzt sind, steht. Er erinnert daran, wie sehr Frauen und Mädchen nach wie vor Gewalt ausgesetzt sind und wie enorm das gesellschaftliche Problem geschlechtsspezifischer Gewalt weltweit ist.

Egal wo auf der Welt, Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen ist Alltag. Während die Revolution im Iran insbesondere von Frauen und Mädchen angeführt wird, stellen sich die Frauen in Afghanistan seit über einem Jahr mutig den Taliban entgegen und in den inhumanen Geflüchteten Lagern im Jemen, im Sudan und in Griechenland oder Italien sind es Frauen und Mädchen, die versuchen, den Tag irgendwie zu überleben. Ihr Mut, ihre Stärke und ihre Kraft haben unseren bedingungslosen Respekt und unsere uneingeschränkte Solidarität verdient. Somit könnte dieses Jahr der internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen nicht wichtiger sein, um auf das Recht auf Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper aufmerksam zu machen und Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen. Erst in dieser Woche zeigt eine investigative Recherche von CNN, wie sexualisierte Gewalt im Iran systematisch gegen Inhaftierte eingesetzt wird und unterstreicht, wie geschlechtsspezifische Gewalt immer eine Frage von Macht und Hierarchien seien wird.

Und es sind insbesondere die Verzahnungen von Mehrfachdiskriminierungen, die uns bei allen Formen patriarchaler Gewalt zusätzlich bewusst(er) werden müssen. Eine Frau mit Behinderung, ein wohnungsloses Mädchen, eine Transfrau, eine geflüchtete Frau – sie alle machen aufgrund ihrer Mehrfachidentitäten eigene Erfahrungen. Eine migrierte Frau, die wohnungslos ist und einen prekären Aufenthaltsstatus in Deutschland hat, ist tiefreichenden Verzahnungen von Gewalt ausgesetzt und braucht daher besonderen Schutz.

Weltweit werden Frauen und Mädchen ihre Menschenrechte vorenthalten, denn sie sind es, die von körperlicher und psychischer Gewalt, von häuslicher Gewalt bis hin zu Vergewaltigungen als Kriegsstrategie betroffen sind. An diesem Tag sollte uns also klar sein, dass das Ausmaß an geschlechtsspezifischer Gewalt weit über körperliche Gewalt hinaus geht und alle Handlungen umfasst, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen, wirtschaftlichen oder auch digitalen Schäden oder Leiden führen. Damit Frauen ihre Selbstbestimmung und ihre Menschenrechte auf ein wirklich gewaltfreies Leben verwirklichen können, bedarf es noch weitreichender, rechtlicher, politischer und gesellschaftlicher Fortschritte. Und das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle weltweit betrifft.

DaMigra e.V. ist Mitglied im Bündnis Istanbul Konvention. Die Pressemeldung des Bündnis Istanbul Konvention zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen finden Sie auf der Website des Bündnis Istanbul Konvention.

DaMigra e.V. ist die Interessenvertretung von Migrantinnenselbstorganisationen und ihren Belangen und setzt sich für Chancengerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und für die Gleichstellung von Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung in Deutschland ein. DaMigra verfolgt den Ansatz des Antirassistischen Feminismus.

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