8. Dezember 2017

Asylrecht ist Menschenrecht ist Frauen*recht

Anlässlich des Internationalen Tag der Menschenrechte fordert DaMigra eine feministische Asylpolitik. Der Kern der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ ist Gleichberechtigung. Das gilt für alle ohne Unterschied – unabhängig ihrer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Sprache und Religion – in der Theorie. In der Praxis leiden Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte aufgrund eben dieser Merkmale unter Mehrfachdiskriminierungen.

Gerade im Politikfeld Flucht und Asyl ist die Würde der Frau* antastbar. Daher fordert DaMigra eine Asylpolitik, die geflüchtete Frauen* schützt – aber nicht auf eine rassistische Weise, wie zuletzt nach der Kölner Silvesternacht, sondern eine feministische Weise.

„Sexismus darf nicht mit Rassismus bekämpft werden. Die Reform des Sexualstrafrechts im Juli 2016 wurde gemeinhin als großer Erfolg gefeiert. Natürlich begrüßt auch DaMigra das Prinzip ‚Nein heißt Nein!‘. Nur ist es irritierend, dass die Reform erst in Reaktion auf die Ereignisse um die Kölner Silvesternacht entstand. Der Rechtsstaat ist nicht dann wehrhaft, wenn er alleine gegen Täter*innen vorgeht, die als Geflüchtete* in unser Land kommen, sondern nur dann, wenn sich die Wehrhaftigkeit immer, überall und ausnahmslos gegen alle Verbrecher*innen, unabhängig ihrer Herkunft, richtet. Wir fordern eine konsequente und strenge Bestrafung aller Sexualstraftäter*innen, unabhängig ihrer Herkunft“, so Dr. Delal Atmaca, Vorstandsprecherin von DaMigra.

„Mehr noch fordern wir, die Verschärfung der Asylgesetze und die damit verbundene Einschränkung des Familiennachzugs zurückzunehmen – die auf die besagte Silvesternacht folgten. Sie ziehen katastrophale und lebensbedrohliche Folgen für geflüchtete Frauen* nach sich,“ so Atmaca weiter.

„Menschenrechtschutz in diesem Zusammenhang heißt auch, die Residenzpflicht für geflüchtete Frauen* aufzuheben, die aus Flüchtlingsunterkünften vor sexualisierter und rassistischer Gewalt fliehen. Geflüchtete Frauen* benötigen geschützte Räume, private Wohnungen und bei Bedarf (aufgrund von Traumatisierungen und dergleichen mehr) eine Unterbringung in Frauen*häusern. Das derzeitige Aufenthalts- und Asylgesetz schränkt den Zugang dieser Frauen* zu einer geschützten Unterkunft und zu Unterstützungsmöglichkeiten deutlich ein“, so Atmaca.

Intersektionale feministische Asylpolitik ist Menschenrecht ist Frauen*recht ist Gleichberechtigung.

Zum intersektionalen Feminismus
Intersektionalität bezeichnet einen Ansatz, der die „Überkreuzungen” (intersections) sowie Interdependenzen von sozialen Kategorien wie Ethnizität, Gender, Nation und Klasse zusammen erklärt. Demnach werden ungleichheitsproduzierende Kategorien wie Gender, Nation und Klasse nicht mehr isoliert voneinander betrachtet. Der Ansatz berücksichtigt nicht nur unterschiedliche soziale Kategorien, sondern stellt vor allem ihre Wechselwirkungen in den Vordergrund. Die Kategorie „Geschlecht“ verweist somit nicht nur auf die Konstruktion der Geschlechterrollen von „Frau*“ und “Mann*“, sondern macht insbesondere das Zusammenwirken von unterschiedlichen Diskriminierungsformen, wie etwa Sexismus und Rassismus, deutlich.

Asylrecht ist Menschenrecht ist Frauen*recht

STÄRKEN
16. Juli 2019

Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft diskutieren wir die Ziele und Maßnahmen der Istanbul-Konvention.

Die Konferenz stellt dabei die Perspektiven, Anliegen und Bedarfe von Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte in den Mittelpunkt.

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MUT-MACHERINNEN*
14. Juni 2019

In ihrem Dokumentarfilm spricht Anne Frisius mit Aktiven über ihre Erfahrungen in den letzten Jahren. Selbstorganisierte Flüchtlingsproteste, so wird deutlich, machen nicht nur auf die prekäre Situation von Geflüchteten aufmerksam, sondern verweisen auf grundlegende Probleme von Demokratie und Grenzen sozialer Teilhabe. Mit dabei: MUT-Projekt Hamburg.

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MUT-MACHERINNEN*
4. Juni 2019

Im Rahmen des MUT-Macherinnen* Projektes habt Ihr/ haben Sie die Möglichkeit Mikroprojekte bei DaMigra zu beantragen. Mit unserer Förderung möchten wir die Teilhabe …

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MUT-MACHERINNEN*
München, 18. Juli 2019

Informationen zum Thema Schwangerschaft und Geburt. Die Gruppe wird von Frau Irmi Jaud (Dipl. Sozialpädagogin (FH) bei pro familia, Schwangeren- und Familienberatung) geleitet. Offen für die gesamte Familie!

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MUT-MACHERINNEN*
Nürnberg, 19. Juli 2019

Wir qualifizieren Frauen* mit Migrations- oder Fluchtgeschichte zu Elternlotsinnen* mit der Zielsetzung Eltern und ihre Kinder auf dem Bildungsweg zu begleiten.

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MUT-MACHERINNEN*
Bamberg, 21. Juli 2019

Das Projekt „Wie schön, dass es uns gibt“ setzt den Fokus auf den Alltag einer Frau*. Es besteht die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum über den Alltag auszutauschen und bei Bedarf auf Wunsch auch Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Zu den Treffen sind alle Frauen* eingeladen. In Gesprächen "von Frau* zu Frau*" sollen Ideen und Vorstellungen in Bezug auf das eigene Leben erweitert und Alltagsroutinen durchbrochen werden.

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