25. Februar 2019

„beSTIMME – selbst! mit! jetzt! Migrantinnen* solidarisch. stark“. Migrantinnen*März 2019

Simone de Beauvoir meinte einst: „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.“ Deshalb ist es so wichtig, dass Frauen* mit Migrations- und Fluchterfahrung ihre Stimme erheben – selbstbestimmen und mitbestimmen. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen müssen zusammen mit der intersektionalen Perspektive in gesellschaftliche und politische Diskurse eingebracht werden – gerade wenn es um die Verschränkung von Sexismus und Rassismus geht. Mitgestaltung der Gesellschaft darf nicht von der sozialen Position oder dem sozialem Status abhängen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und Gestaltungsräume. So kann das Engagement in Migrant*innenselbstorganisationen, in politischen Vereinen und Verbänden oder die Organisation von Demonstrationen oder Frauen*Streiks ein solcher Gestaltungsspielraum sein. Darüber hinaus bieten sich die neuen Medien an, um ein breites Publikum mit eigenen Forderungen zu erreichen. Unabhängig davon, welche partizipativen Formen zur politischen und gesellschaftlichen Mitgestaltung genutzt werden: Die politische Teilhabe von Migrantinnen* ist nicht nur ein wichtiges Signal, sondern vielmehr eine Notwendigkeit für die gesellschaftliche Inklusion und eine angemessene Anerkennungskultur. Nur wer neben Pflichten auch Rechte und Möglichkeiten zur Teilhabe hat, fühlt sich als voll anerkanntes Mitglied unserer Gesellschaft. Eine intersektionale Perspektive in gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen fördert eine funktionierende Einwanderungsgesellschaft. Aus diesem Grund sind Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte ein unentbehrlicher Bestandteil politischer Bewegungen zur längst überfälligen Umsetzung demokratischer Prinzipien. Die Stimmen dieser Frauen* müssen hörbar werden, denn Demokratie braucht alle Stimmen! Gesellschaftlicher Zusammenhalt braucht die volle Umsetzung demokratischer Werte – für alle Bürger*innen! Gleichberechtigte Teilhabe ist die Voraussetzung dafür.

 

Im Migrantinnen*märz wollen wir Frauen* mit Migrations- und Fluchterfahrung in der öffentlichen Sphäre sichtbar machen und Präsenz zeigen mit unseren Forderungen.  Das heißt konkret, dass über niederschwellige, zielgruppengerechte und partizipative Veranstaltungen die Möglichkeiten für mehr politische Teilhabe von Migrantinnen* aufgezeigt werden. Der Fokus soll dabei auf öffentlichen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Veranstaltungen liegen wie z.B. der Organisation von Demonstrationen oder anderen kreativen Straßenaktionen, die einerseits auf die mangelnden Möglichkeiten für Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte hinweisen, sich aktiv politisch zu beteiligen. Andererseits sollen die Veranstaltungen und Aktionen die Zielgruppe empowern und Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte die Plattform bieten, Anliegen zu formulieren und öffentlich einzufordern. Die Frauen* sollen als aktive und selbsthandelnde Personen im Fokus stehen und ihre eigenen Forderungen ausformulieren können.

 

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31. März 2020

Die Pandemie kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten. Die rückständigen Kräfte, die seit Langem mehr Abschottung und Nationalismus fordern, nutzen sie jedoch für ihre populistischen Zwecke. Ihre Propaganda trifft auf eine politische Zeit, in der die Beschneidung von Grundrechten von einem großen Teil der Bevölkerung ohne Aufschrei hingenommen wird und „Zuhause bleiben“ zum gefeierten Wort der Stunde wird. Aber: Zuhause bleiben ist ein Privileg. Tausende von Menschen werden gezwungen, in Lagern zu leben, weil sie ihr Zuhause aufgrund von Krieg oder Verfolgung verloren haben. Andere müssen weiterhin in unterbezahlten und risikoreichen Bereichen schuften, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie zu ermöglichen.

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20. März 2020

„Die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von COVID-19 offenbaren einmal mehr, wie in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Während auf der einen Seite zu sozialer Distanzierung und eingeschränkter Mobilität aufgerufen wird, werden Abschiebungen nach Afghanistan durchgeführt und geflüchtete Menschen in Lagern gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben. Die Bundesregierung muss agieren, und endlich eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung ermöglichen.“

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19. März 2020

Wir mit müssen mit denen solidarisch sein, die von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffen sind. Das sind schwache, kranke und ältere Menschen und die Menschen, die zum Teil seit Jahren an den Außengrenzen in Erstaufnahmelagern unter unzumutbaren Bedingungen festsitzen. Diese Menschen sind oft durch die menschenunwürdigen Bedingungen ohnehin geschwächt. Diese Menschen können keinen Abstand untereinander halten, weil die Lager überfüllt sind. Diese Menschen können keine Hygienemaßnahmen für sich umsetzen, weil die Lager nicht ausreichend mit sanitären Anlagen ausgestattet sind. Diese Menschen haben wenige bis keine Informationen, wie sie sich schützen können. Für die von der Maßnahme betroffenen Menschen, darunter zahlreiche Frauen* und Kinder, ist die Aussetzung der humanitären Aufnahme katastrophal, die Folgen sind kaum absehbar. Wenn wir die Welt zu einer Festung machen und diese Menschen nicht mitnehmen, haben wir alle als Menschen versagt.

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