6. März 2020

Bundesweite Aktion der Migrantinnen* zum Frauen*tag.

Pressemeldung zum 08.03.2020.

18 Tage nach den rechtsextremen Morden in Hanau beteiligen sich bundesweit über 11 Städte an den von DaMigra e.V. ausgerufenen migrantischen Aktionen zum Frauen*tag. Die Migrantinnen*selbstorganisationen fordern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortungsübernahme, um Rassismus und Frauen*hass in Deutschland auf allen Ebenen zu bekämpfen.

Unter dem Motto „Zugangsbarrieren abschaffen! Kräfte bündeln! Durchstarten!“ machen Frauen* mit und ohne Migrationsgeschichte auf die Folgen aufmerksam, die durch das Zusammenwirken von rassistischen und sexistischen Strukturen tagtäglich erlebt werden. Zugangsbarrieren zum Arbeits- und Bildungsmarkt, migrations- und genderbezogene Lohnlücken, die vorbehaltlose Umsetzung von Frauen*rechten und die Forderung nach Selbstbestimmung sind einige unserer Themen. Diese Forderungen werden überschattet von den Gefühlen von Angst, Wut und tiefer Trauer nach dem rechtsextremen Attentat von Hanau.

„Von rechtem Terror, rassistischen und antifeministischen Angriffen lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir stehen zusammen und sind laut. Gerade jetzt ist es enorm wichtig, dass wir unsere Stimme hörbar machen und institutionell und in der Gesellschaft verankertem Rassismus und Sexismus entschieden entgegen treten.“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Verachtung von Frauen* und Rassismus gehen Hand in Hand – in den sozialen Medien, in Halle und in Hanau.“

Die Gewalttaten in Hanau erwecken unter Migrantinnen* erneut den starken Eindruck, dass sie sich in Deutschland ihres Lebens nicht sicher fühlen können. Der Rassismus, der hinter den NSU-Morden, dem Attentat von Halle und hinter den Morden in Hanau steht, trifft seit Jahrzehnten auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens. Er zeigt sich auch in vielen kleinen Angriffen, Beleidigungen und Ausschlüssen gegenüber allen, die nicht als deutsch gelesen werden. Fakt ist, dass der größte Teil der Migrantinnen* und Migranten* in Deutschland weder fremd noch ausländisch ist. Zudem haben über 50% haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Doch das alles schützt nicht vor Diskriminierung und Rassismus.

So lange in den Parlamenten, in den Strafverfolgungsbehörden und in den sozialen Medien nicht entschieden gegen Rechtspopulismus, Frauen*hass und Rassismus vorgegangen wird, ändert sich nichts an dem gesellschaftlichen Klima. Um diesen Missständen zu begegnen, muss die Solidarität von Herkunftsdeutschen insbesondere innerhalb der Frauen*bewegung und Politik über antirassistische Positionierungen hinausgehen. Es braucht eine breite Allianz, in der gesellschaftlich Privilegierte ihre Macht hinterfragen, teilen und auf Augenhöhe mit Migrantinnen*organisationen zusammenarbeiten. Dies ist nur möglich, wenn antirassistisch-feministisches Engagement über Projektförderungen hinaus dauerhaft verankert und langfristig gewährleistet wird.

DaMigra e.V., Dachverband der Migrantinnen*organisationen vertritt eine Vielfalt von Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Manche sind gerade erst in Deutschland angekommen, andere leben schon sehr lange in Deutschland.

Pressemeldung_Bundesweite Aktion der Migrantinnen zum Frauentag_08.03.2020

31. März 2020

Die Pandemie kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten. Die rückständigen Kräfte, die seit Langem mehr Abschottung und Nationalismus fordern, nutzen sie jedoch für ihre populistischen Zwecke. Ihre Propaganda trifft auf eine politische Zeit, in der die Beschneidung von Grundrechten von einem großen Teil der Bevölkerung ohne Aufschrei hingenommen wird und „Zuhause bleiben“ zum gefeierten Wort der Stunde wird. Aber: Zuhause bleiben ist ein Privileg. Tausende von Menschen werden gezwungen, in Lagern zu leben, weil sie ihr Zuhause aufgrund von Krieg oder Verfolgung verloren haben. Andere müssen weiterhin in unterbezahlten und risikoreichen Bereichen schuften, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie zu ermöglichen.

weiterlesen

20. März 2020

„Die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von COVID-19 offenbaren einmal mehr, wie in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Während auf der einen Seite zu sozialer Distanzierung und eingeschränkter Mobilität aufgerufen wird, werden Abschiebungen nach Afghanistan durchgeführt und geflüchtete Menschen in Lagern gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben. Die Bundesregierung muss agieren, und endlich eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung ermöglichen.“

weiterlesen

19. März 2020

Wir mit müssen mit denen solidarisch sein, die von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffen sind. Das sind schwache, kranke und ältere Menschen und die Menschen, die zum Teil seit Jahren an den Außengrenzen in Erstaufnahmelagern unter unzumutbaren Bedingungen festsitzen. Diese Menschen sind oft durch die menschenunwürdigen Bedingungen ohnehin geschwächt. Diese Menschen können keinen Abstand untereinander halten, weil die Lager überfüllt sind. Diese Menschen können keine Hygienemaßnahmen für sich umsetzen, weil die Lager nicht ausreichend mit sanitären Anlagen ausgestattet sind. Diese Menschen haben wenige bis keine Informationen, wie sie sich schützen können. Für die von der Maßnahme betroffenen Menschen, darunter zahlreiche Frauen* und Kinder, ist die Aussetzung der humanitären Aufnahme katastrophal, die Folgen sind kaum absehbar. Wenn wir die Welt zu einer Festung machen und diese Menschen nicht mitnehmen, haben wir alle als Menschen versagt.

weiterlesen

Keine Veranstaltungen