18. Mai 2020

„Corona erteilt uns allen eine Lektion“ – eine Aktion von DaMigra, MigrantinnenVerein Berlin e.V. und Gesundheitskollektiv Berlin e.V.

Berlin. 18. Mai 2020. Alltagsschutzmasken zählen seit Beginn der Corona-Pandemie zu den dringend benötigten Artikeln zum Schutz der Gesundheit Aller. Kostenlose und einfach zu erhaltende Alltagsmasken sind allerdings Mangelware in Neukölln. Für Berliner*innen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Möglichkeit haben, Maßnahmen zum Gesundheitsschutz umzusetzen, organisiert das Mut-Macherinnen*-Projekt von DaMigra, dem Dachverband der Migrantinnen*organisationen mit dem Migrantinnenverein Berlin e.V. und dem Gesundheitskollektiv Berlin e.V. eine gemeinsame Nähaktion.

“Heute näht der Migrantinnenverein Berlin e.V. und DaMigra e.V. Schutzmasken. Leider gibt es einfach nicht genug kostenlose Masken. Wir müssen uns selbst helfen. Es sind wieder einmal die Frauen*, denen diese Arbeit überlassen wird! Das gefällt uns nicht, weil es immer so ist. Die Frauen* greifen zu Nadel und Faden und lösen das Problem. Wir nähen die Masken aus Solidarität. Gemeinsam sind wir stark! Wir nähen Schutzmasken für die Alten, Mütter und Kinder. Zwei davon habe ich schon meinen Nachbarn verschenkt, die ohne Schutzmasken nicht zum Arzt gehen können. Sie freuten sich sehr darüber, dass sie sie gerschenkt bekamen, sagt Nesli Kavi vom MigrantinnenVerein Berlin e.V. “Als die Pandemie ausbrach, hatten wir alle Schwierigkeiten, uns Schutzmasken zu besorgen. Dieser Stress belastete uns. Deshalb unterstütze ich die Nähaktion mit DaMigra gerne und nähe heute mit anderen Freundinnen* mit. Es fühlt sich gut an, dass diese Schutzmasken an Bedürftige gehen, ergänzt Tülay Karataş. Auch Aysun Çiçek freut sich, einen Beitrag leisten zu können – trotz eines gebrochenen Arms. “Corona erteilt uns allen eine Lektion. Die Frauen* rechnen mit sich selbst ab. Ich gehöre auch dazu. “wenn ich schon all das gewusst hätte, was ich heute weiß…“, denke ich und dann höre ich lieber wieder auf. Das Leben ist leichter, wenn man teilt. Schön, dass es den Migrantinnenverein Berlin e.V. gibt. Dort versuchen alle etwas zu schaffen und zu teilen. Ich sehe, dass wir aus dem Nichts etwas schaffen. Ich bin der Meinung, dass wir Corona gut überstehen, so lange wir teilen und zusammen halten”, sagt sie optimistisch.

Gesundheit ist ein Menschenrecht. Benachteiligte Menschen haben jedoch einen erschwerten Zugang zu Gesundheit, obwohl sie Risikogruppen angehören oder durch die Lebens- und Wohnsituation dringend auf Gesundheitsschutz angewiesen sind. Das Gesundheitskollektiv Berlin e.V. möchte allen einen gleich guten Zugang zu Gesundheit zu ermöglichen. Daher gründet das Gesundheitskollektiv Berlin e.V. ein Zentrum in Neukölln mit ärztlicher, sozialarbeiterischer, psychologischer Versorgung und Gemeinwesenarbeit unter einem Dach. Auch gesundheitsfördernde Angebote und partizipative Forschung in den Lebenswelten der Anwohner*innen werden organisiert.

DER TAGESSPIEGEL am 06.06.2020: Coronapandemie und Migrantinnen: „Wir brauchen Unterstützung”

 

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Fotos: DaMigra e.V., Abdruck honorarfrei

Pressekontakt:
Michiyo Fried, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DaMigra
Mail: presse@damigra.de
Fon: +49 159 0615 749 3

 

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