25. November 2017

Hallo. #MITOO MIGRANTINNEN TOO. Hört und Sieht uns jemand?

Anlässlich des Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt an Frauen* ruft DaMigra: Nein zu Gewalt an Migrantinnen* und Geflüchteten Frauen*! Wer unseren Ausruf #MITOO verstehen möchte, muss erkennen, dass Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte aufgrund verschiedener Merkmale wie ihrer Hautfarbe, ihrer sozialen und/oder ethnischen Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität ungleich stärker von sexualisierter Gewalt betroffen sind als herkunftsdeutsche Frauen*. Die Rede ist von Mehrfachdiskriminierung. Die Öffentlichkeit aber nimmt kaum Notiz davon.

„Männer* missbrauchen ihre Machtposition über die sexuelle Ausprägung. Die Frau* wird als Objekt gesehen. Etwas, über das er verfügen kann. Dieser Missbrauch von Macht ist fester Bestandteil unserer patriarchalen Kultur. Das ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist, dass Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte etwa aufgrund ihrer geringeren Chancen auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt oder ihres unsicheren Aufenthaltsstatus ungleich stärker darunter leiden“, so Dr. Delal Atmaca, Vorstandsprecherin von DaMigra.

„Wir begrüßen, dass nach all den Jahrzehnten des Immer-wieder-Aufflackerns – nach all den Jahren, in denen das Klagen über die Zustände als das Gerede von Frauen* abgetan wurde, die hysterisch sind oder sich aufspielen endlich unter dem Hashtag #METOO gehört wird. Was aber fehlt ist die Sensibilisierung für Mehrfachdiskriminierungen, denen Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte ausgesetzt sind“, so Atmaca weiter. Die Zahl der gewaltvollen Übergriffe auf Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen.

„Es bedarf besonderer Schutzvorkehrungen für Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte. Es gilt nach wie vor die Aufklärungsarbeit voranzubringen – damit auch die sexualisierte und rassistische Gewalt gegen Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte endlich gehört und gesehen wird. Dazu sind Beratungsangebote sowie effektive Antidiskriminierungsmaßnahmen notwendig“, so Atmaca.

DaMigra nimmt den Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt an Frauen* zum Anlass, um einen Forderungskatalog an die Bundesregierung zu richten, dessen Umsetzung einen Bewusstseinswandel unterstützt. Den Forderungskatalog finden Sie hier #MITOO

 

31. März 2020

Die Pandemie kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten. Die rückständigen Kräfte, die seit Langem mehr Abschottung und Nationalismus fordern, nutzen sie jedoch für ihre populistischen Zwecke. Ihre Propaganda trifft auf eine politische Zeit, in der die Beschneidung von Grundrechten von einem großen Teil der Bevölkerung ohne Aufschrei hingenommen wird und „Zuhause bleiben“ zum gefeierten Wort der Stunde wird. Aber: Zuhause bleiben ist ein Privileg. Tausende von Menschen werden gezwungen, in Lagern zu leben, weil sie ihr Zuhause aufgrund von Krieg oder Verfolgung verloren haben. Andere müssen weiterhin in unterbezahlten und risikoreichen Bereichen schuften, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie zu ermöglichen.

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20. März 2020

„Die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von COVID-19 offenbaren einmal mehr, wie in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Während auf der einen Seite zu sozialer Distanzierung und eingeschränkter Mobilität aufgerufen wird, werden Abschiebungen nach Afghanistan durchgeführt und geflüchtete Menschen in Lagern gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben. Die Bundesregierung muss agieren, und endlich eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung ermöglichen.“

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19. März 2020

Wir mit müssen mit denen solidarisch sein, die von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffen sind. Das sind schwache, kranke und ältere Menschen und die Menschen, die zum Teil seit Jahren an den Außengrenzen in Erstaufnahmelagern unter unzumutbaren Bedingungen festsitzen. Diese Menschen sind oft durch die menschenunwürdigen Bedingungen ohnehin geschwächt. Diese Menschen können keinen Abstand untereinander halten, weil die Lager überfüllt sind. Diese Menschen können keine Hygienemaßnahmen für sich umsetzen, weil die Lager nicht ausreichend mit sanitären Anlagen ausgestattet sind. Diese Menschen haben wenige bis keine Informationen, wie sie sich schützen können. Für die von der Maßnahme betroffenen Menschen, darunter zahlreiche Frauen* und Kinder, ist die Aussetzung der humanitären Aufnahme katastrophal, die Folgen sind kaum absehbar. Wenn wir die Welt zu einer Festung machen und diese Menschen nicht mitnehmen, haben wir alle als Menschen versagt.

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