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Zum Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung: Sichere und selbstbestimmte Gesundheitsversorgung jetzt!

Geschlechtsspezifische Gewalt ist nach wie vor eine bittere Realität, die viele Betroffene im Verborgenen erleben. Solange Gewalt gegen Frauen existiert, sind wir nicht frei. Eine besonders brutale Form ist die weibliche Genitalverstümmelung. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit über 200 Millionen Frauen und Mädchen von FGM-C betroffen, die Dunkelziffer könnte weit höher sein. Heute, am Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung, fordern wir die bedingungslose Umsetzung des Menschenrechtes auf medizinische Versorgungen für betroffene Frauen.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine weltweite, alltägliche und schwere Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. Allein in Deutschland leben schätzungsweise über 100.000 Betroffene. Völlig zu Recht gilt FGM-C (Female Genital Mutilation and Cutting) in Deutschland seit 2013 als Straftat und wurde als anerkannter Fluchtgrund im Asylrecht verankert. Und auch der Europarat und die Istanbul-Konvention legen klare Vorgaben für den Schutz von Frauen und Mädchen vor geschlechtsbasierter Gewalt fest. Die praktische Umsetzung offenbart jedoch erhebliche Mängel – auch im Asylverfahren, in dem FGC-M zu selten unzureichende Anerkennung findet.

Sowohl die Überwachung von GREVIO als auch der Alternativbericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention nennen lediglich vier FGM-C-Fälle für 2021 und 2022: zwei davon eingestellt, zwei mit Geldstrafen verhängt. Wie das sein kann? Weil es nach wie vor ein stigmatisiertes und tabuisiertes Thema ist, dem es an allumfassender Aufklärung fehlt!

Diese Aufklärung und Sensibilisierung werden besonders unverzichtbar mit Blick auf das Gesundheitswesen. Genitalverstümmelung ist eine Körperverletzung, ja sogar eine Menschenrechtsverletzung. Das Recht auf Selbstbestimmung wird bei den betroffenen Frauen aufs Schärfste verletzt. Doch damit nicht genug: Statt angemessen behandelt und aufgefangen zu werden, müssen sie noch immer um eine richtige medizinische Versorgung kämpfen. Der Zugang zu Medizin und Vorsorge ist ein Menschenrecht. Das gilt immer und überall. Im Fall von FGM-C ist jedoch eine Aufklärung immens wichtig, damit gewaltvolle Erfahrungen für Betroffene bei der Behandlung vermieden werden.  

„Wir kritisieren besonders das fehlende Wissen von Gesundheitspersonal im Umgang mit von FGM-C betroffenen Frauen. Wir dürfen nicht tolerieren, dass Frauen Angst vor Stigmas und fehlerhafter Behandlung haben müssen oder sich davor scheuen, notwendige Untersuchungen durchführen zu lassen. Oft verstehen sie zudem rein sprachlich nicht, was an ihrem Körper geschieht. In solch vulnerablen Situationen sind Empathie und Verständnis unabdingbar!“ mahnt Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V.

Die Realität zeigt: Frauen und Mädchen haben mit Stigmas und Tabus zu kämpfen. Es muss endlich ein gewaltfreies Leben von geflüchteten und migrierten Frauen auch in Praxen und Krankenhäusern durchgesetzt werden. Wir fordern daher eine umfassende Ausbildung und Schulung von medizinischem Personal, um eine angemessene, diskriminierungsfreie Versorgung und Beratung sicherzustellen. Es braucht jetzt und hier geschützte Räume, in denen interkulturelle Sensibilisierung Realität und Normalität ist.

DaMigra e.V. ist die Interessenvertretung von Migrantinnenselbstorganisationen und ihren Belangen und setzt sich für Chancengerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und für die Gleichstellung von Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung in Deutschland ein. DaMigra verfolgt den Ansatz des Antirassistischen Feminismus.

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