30. November 2018

Jahresabschluss: Geflüchteten Frauen* einen selbstbestimmten Weg in Arbeit ebnen

Das MUT-Projekt trägt Früchte – auf der Abschlussveranstaltung präsentierte das MUT-Projekt seine Ergebnisse und Erfolge aus dem Jahr 2018 und kam mit Politiker*innen ins Gespräch über die Situation geflüchteter Frauen* in Deutschland.

Innerhalb der letzten drei Jahre hat das Projekt „Migrantinnen* als Mutmacherinnen* und Brückenbauerinnen*“ von DaMigra e.V. mehr als 40.000 Frauen* mit Migrations- und Fluchterfahrung erreicht. Von Computer- Schwimm- und Fahrradkursen über Gesprächsrunden und feministische Filmabende bis hin zur Vorbereitung aufs Bewerbungsgespräch: Im Jahr 2018 fanden über 1.200 Veranstaltungen für geflüchtete Frauen* statt. Zu den Themenschwerpunkten gehören u.a. Menschen- und Frauenrechte, Gesundheit, Partizipation, Bildung und Diskriminierung.

In diesem Jahr lag der Jahresschwerpunkt auf dem Thema Arbeitsmarktintegration. Rund 30 Prozent der Veranstaltungen widmeten sich diesem Schwerpunkt und unterstützten geflüchtete Frauen* bei der selbstbestimmten Gestaltung ihres Weges in den Arbeitsmarkt.

„Insbesondere auf dem Arbeitsmarkt ist Selbstbestimmung für Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte nur eingeschränkt möglich. Eine Vielzahl an Barrieren steht ihnen dabei im Weg, ihre Potentiale entfalten und ihre Fähigkeiten einbringen zu können. Hier leistet das MUT-Projekt wertvolle Hilfestellungen,“ erklärte Kook-Nam Cho-Ruwwe, Vorstandssprecherin von DaMigra e.V.

Bei der Abschlussveranstaltung stellten die zehn regionalen Standorte des MUT-Projekts die Highlights ihrer Arbeit im Jahr 2018 in einer Ausstellung vor. Auf einer Podiumsdiskussion tauschten sich Vertreterinnen* verschiedener Parteien und Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V gemeinsam mit Brückenbauerinnen* aus dem MUT-Projekt zur aktuellen Situation geflüchteter Frauen* aus.

„Damit geflüchtete oder migrierte Frauen* in Deutschland ein selbstbestimmtes Leben führen können, muss ihnen die wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Teilhabe ermöglicht werden. Als Dachverband der Migrantinnenorganisationen setzen wir uns politisch für dieses Ziel ein. Mit dem MUT Projekt fördern wir die Partizipation der Frauen* direkt in der Praxis,“ sagte Dr. Delal Atmaca über die Zielsetzung des Projekts.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, erklärte bei der Veranstaltung:
„Ohne Frauen kann Integration nicht gelingen. Ihre Teilhabe in allen Lebensbereichen ist Voraussetzung dafür, dass eine Gesellschaft ihr demokratisches und wirtschaftliches Potenzial voll ausschöpfen kann. Das MUT-Projekt unterstützt Frauen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, beim Ankommen in Deutschland mit engagierten Frauen, die Brücken bauen und Mut machen – Frauen, die aus eigener Erfahrung wissen, wie herausfordernd das Ankommen in einer unbekannten Umgebung sein kann. Ich danke den Engagierten für ihre wertvolle Arbeit.“

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (Mitte) mit dem Vorstand von DaMigra e.V.

Kook-Nam Cho-Ruwwe, Vorstandsvorsitzende von DaMigra e.V.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz

Pressemitteilung_MUT-Jahresabschluss

31. März 2020

Die Pandemie kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten. Die rückständigen Kräfte, die seit Langem mehr Abschottung und Nationalismus fordern, nutzen sie jedoch für ihre populistischen Zwecke. Ihre Propaganda trifft auf eine politische Zeit, in der die Beschneidung von Grundrechten von einem großen Teil der Bevölkerung ohne Aufschrei hingenommen wird und „Zuhause bleiben“ zum gefeierten Wort der Stunde wird. Aber: Zuhause bleiben ist ein Privileg. Tausende von Menschen werden gezwungen, in Lagern zu leben, weil sie ihr Zuhause aufgrund von Krieg oder Verfolgung verloren haben. Andere müssen weiterhin in unterbezahlten und risikoreichen Bereichen schuften, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie zu ermöglichen.

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20. März 2020

„Die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von COVID-19 offenbaren einmal mehr, wie in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Während auf der einen Seite zu sozialer Distanzierung und eingeschränkter Mobilität aufgerufen wird, werden Abschiebungen nach Afghanistan durchgeführt und geflüchtete Menschen in Lagern gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben. Die Bundesregierung muss agieren, und endlich eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung ermöglichen.“

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19. März 2020

Wir mit müssen mit denen solidarisch sein, die von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffen sind. Das sind schwache, kranke und ältere Menschen und die Menschen, die zum Teil seit Jahren an den Außengrenzen in Erstaufnahmelagern unter unzumutbaren Bedingungen festsitzen. Diese Menschen sind oft durch die menschenunwürdigen Bedingungen ohnehin geschwächt. Diese Menschen können keinen Abstand untereinander halten, weil die Lager überfüllt sind. Diese Menschen können keine Hygienemaßnahmen für sich umsetzen, weil die Lager nicht ausreichend mit sanitären Anlagen ausgestattet sind. Diese Menschen haben wenige bis keine Informationen, wie sie sich schützen können. Für die von der Maßnahme betroffenen Menschen, darunter zahlreiche Frauen* und Kinder, ist die Aussetzung der humanitären Aufnahme katastrophal, die Folgen sind kaum absehbar. Wenn wir die Welt zu einer Festung machen und diese Menschen nicht mitnehmen, haben wir alle als Menschen versagt.

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