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Rassismus und sexistische Diskriminierung müssen JEDEN TAG gesamtgesellschaftlich bekämpft werden

Berlin, 20.03.2024. Am 21. März, dem Internationalen Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung, gibt es zahlreiche Projekte, Veranstaltungen und Angebote zum Thema Rassismus. Politiker*innen und Prominente setzen sich an diesem Tag entschlossen gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Es bleibt jedoch die Frage: Wieso treffen Kürzungen immer wieder antirassistische Projekte in Deutschland?

Der internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung wurde 1966 von den Vereinten Nationen ausgerufen. Anlass dafür war das Massaker von Sharpeville in Südafrika am 21. März 1960. Die Konsequenzen des Massakers waren ausschlaggebend für Südafrika und das Ende der Apartheid. An diesem Tag soll nicht nur den Opfern des Massakers in Südafrika gedacht, sondern auch Aktionen gegen Rassismus gefördert und mobilisiert werden. Die Erinnerung an das Massaker vom 21. März bringt uns zurück in unsere Gegenwart und zeigt, dass rassistische Gewalt bis heute weiterhin geschieht.

In Deutschland veranstalten viele Organisationen und Netzwerke in Zusammenarbeit mit der Stiftung gegen Rassismus die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Die Stiftung feiert, wie auch DaMigra, dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Women rais.ed, das Antirassismusprojekt von DaMigra, ist bei der Bildungswoche gegen Rassismus in Halle (an der Saale) und Erfurt mit dabei. Solche Aktionen, Initiativen und Projekte sind unentbehrlich! Denn Rassismus, Antifeminismus und Diskriminierung wachsen in Deutschland und Europa rasant zu. 

Rassismus, Sexismus und Rechtsextremismus finden zunehmend in der Mitte der deutschen Gesellschaft einen Nährboden und sind kein Randphänomen. Zwei aktuelle Berichte (2022 und 2023) von DeZIM/ NaDiRa (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung/ Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor) belegen dies. Die Berichte untermauern, mit welchen rassistischen Ausschlussmechanismen mehr als 80% der Bevölkerung an Schulen, im Arbeitsumfeld, Gesundheitswesen oder am Wohnungsmarkt konfrontiert sind.

Mehr noch: Derartiges Gedankengut und rechte Ideologien führen zu tödlicher Gewalt. Sie findet nicht nur statt, wenn ein Rechtsextremterrorist viele Menschen (wie in Halle, Mölln oder Hanau) oder aus rassistisch und sexistisch motiviertem Hass eine muslimische Frau wie Marwa el-Sherbini in Dresden ermordet. Sie geschieht alltäglich und begleitet insbesondere BIPoC-Frauen mit Migration- und Fluchtgeschichte. So dürfen Sexismus, Rassismus und andere Diskriminierungsformen als ineinander verwobene Realitäten nicht vergessen werden. Frauen mit Migrations- und Fluchterfahrung berichten oft, wie sie rassistischer und sexistischer Diskriminierung gleichzeitig ausgesetzt sind. Nicht nur alltäglich, sondern auch strukturell. Zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt: Trotz guter Qualifikationen, Deutschkenntnisse und Motivation stoßen viele Migrantinnen auf strukturellen und institutionellen Rassismus bei der Arbeitsvermittlung. Das betrifft nicht nur die Frauen selbst, sondern die gesamte Gesellschaft, denn wir verlieren dadurch wichtige Fachkräfte. Rassismus und Sexismus sind wirtschaftlich schädlich und machen die Betroffenen krank!  Das bedeutet auch wieder Kosten für unsere Volkswirtschaft. Anstatt Projekte von Migrantinnenorganisationen zu fördern, werden seitens der Politik Kürzungen im Budget getätigt.  

„Viele Migrantinnenorganisationen haben 2023/2024 starke Kürzungen erlebt, trotz sehr guter Arbeit. Die Hälfte unserer Kolleginnen musste 2023 gehen. Dadurch gehen die mit Mühe aufgebauten Strukturen verloren. Dabei müssten hier die meisten Investitionen fließen. Es ist allerhöchstens Zeit, dass endlich das Demokratiefördergesetz kommt, um das schon viel zu lange gerungen wird.“ betont Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra, im Interview mit der Tageszeitung Junge Welt.

Die Tage vor und nach dem 21. März sollten ebenfalls Kampftage gegen Rassismus sein, kontinuierlich. Nur das kann einen Rechtsruck in Deutschland nachhaltig aufhalten und unsere Demokratie stärken. Dazu braucht es ein starkes antirassistisches Bewusstsein (was nur durch rassismuskritische Bildung möglich ist!), Verbindlichkeit und Engagement aller gesellschaftlichen Bereiche. Gelder für Projekte sollten von Deutschland und von der EU zugesichert werden und nicht von den Mächten einer Regierung bestimmt werden. Rassismus und Sexismus zu bekämpfen und bestehende koloniale patriarchale Kontinuität abzubauen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es geht um historische Verantwortung!  Wir laden ALLE herzlich ein, sich gemeinsam mit uns gegen jeden Rassismus einzusetzen. Immer und überall!

DaMigra e.V. ist die Interessenvertretung von Migrantinnenselbstorganisationen und ihren Belangen und setzt sich für Chancengerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und für die Gleichstellung von Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung in Deutschland ein. DaMigra verfolgt den Ansatz des Antirassistischen Feminismus.

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