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27. November 2020

Regionaldialoge 2020 – der Bericht

Während der Corona-Pandemie rücken wir die Bedarfe und Forderungen von Migrantinnen* und Migrantinnen*selbstorganisationen besonders in den Fokus: DaMigra macht die Herausforderungen und Bedarfe sichtbar, diskutiert über Zukunft der Vereinsarbeit nach der Corona-Pandemie und empowert zur Teilhabe und Chancengleichheit während der Krise.

Trotz der erschwerten Bedingungen durch Covid-19 konnten drei DaMigra-Regionaldialoge als Präsenzveranstaltungen (offline) mit den MSO in Berlin (29. August), in Frankfurt am Main (26. September) und in Düsseldorf (10. Oktober) stattfinden. Insgesamt haben 47 Mitfrauen* an den Regionaldialogen teilgenommen. Zudem waren die Vorständinnen* und DaMigra-Mitarbeiterinnen* bei jedem Regionaldialog ebenfalls zahlreich vertreten, um an Diskussionen aktiv mitzuwirken. Somit belief sich die Teilnehmerinnen*zahl der drei Regionaldialoge auf insgesamt 77 Teilnehmerinnen*.

„Das Virus des Rassismus“, die Wichtigkeit der Vernetzung sowie die Anerkennung der Systemrelevanz von Migrantinnen*selbstorganisationen wurden in den Begrüßungs- bzw. Einführungsreden der DaMigra-Vorständinnen* und der Geschäftsführung stark thematisiert.

Im ersten Block berichteten alle Mitfrauen* von dem Status Quo ihrer Vereinsarbeit unter Corona-Bedingungen und teilten ihre Erfahrungen und die Anliegen und Bedarfe der Teilnehmerinnen* mit der großen Runde.

Aufgrund der Corona bedingten Ausfälle vieler Kurse, Veranstaltungen und Beratungstermine waren die MSO gezwungen ihre Unterstützungsangebote einzuschränken. Die Vereinsarbeit wurde auf telefonische und online Beratung umgestellt. Dies stellte ein großes Problem dar, denn viele Frauen*, die nicht über technische Ausstattung oder digitale Kompetenzen verfügen, wurden hierdurch automatisch ausgeschlossen.

Homeschooling, teilweise unzureichende Deutschkenntnisse, der Verlust der ohnehin schon prekären Jobs, unzureichende Informationen und Kenntnisse der Arbeitsrechte und Überforderung durch bürokratische Hürden (z.B. Antrag auf Soforthilfen) waren weitere Problempunkte.

Häusliche Gewalt, Überforderung durch Mehrfachbelastung ohne die Möglichkeit einer Auszeit und Depressionen durch Isolation sind angestiegen. In allen Regionen wurde deutlich gemacht, dass ein verstärkter struktureller Rassismus seit dem Ausbruch von COVID-19 erlebt wird. Infolgedessen wurde das Sprechen von Italienisch auf der Straße vermieden. Auch asiatisch gelesene Personen erleben einen verstärkten Rassismus in Deutschland.

Solidarität durch Nähen der Schutzmasken für Bedürftige oder durch Einkäufe für gefährdete Personengruppen war ein positiver Aspekt der Anpassung an die Corona-Bedingungen in allen Regionen. Darüber hinaus haben einige Veranstaltungen in kleineren Gruppen und draußen stattfinden können. Digitalisierung wurde zum Teil auch als ein positiver Aspekt genannt: Einige Vereine haben sich in diesem Bereich professionalisiert und schnell die Angebote auf Online-Formate umgestellt.

Resümierend lässt sich festhalten: Es gibt viele Unterstützungsstrukturen in Deutschland, allerdings nicht genügend mit Fokus auf die Bedarfe von Migrantinnen*. Es braucht mehr Empowerment und Netzwerkarbeit mit Fokus auf Bedarfe von Frauen* mit Migrationsgeschichte.

Im zweiten Block wurden Strategien entwickelt, um die Herausforderungen der Corona-Pandemie zu meistern. Konkret ging es um Vereinsarbeit der Zukunft, Umgang mit Anliegen der Teilnehmenden sowie Schaffung und Erhaltung der Schutzräume für Migrantinnen* unter den Corona-Bedingungen.

Höhere Kosten und finanzielle Verluste werden weiterhin große Herausforderungen für Vereinsarbeit unter Corona-Bedingungen darstellen. Daher braucht es eine starke Lobbyarbeit für MSO, die systemrelevante, wertvolle gesellschaftliche Arbeit leisten. Vereinsräumlichkeiten sind Rückzugsorte und u.a. Schutzräume für Migrantinnen* und geflüchtete Frauen*. Diese Schutzräume für Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte müssen weiter ausgebaut werden, sowohl physisch als auch digital.

Von zentraler Wichtigkeit ist es, gegen häusliche Gewalt vorzugehen. Die Polizei soll sensibilisiert werden. Außerdem wird mehr Aufklärungsarbeit gegen rassistische Denkmuster sowie Sensibilisierung der Beratungsstellen und Behörden für Belange der geflüchteten Frauen* und Frauen* mit Migrationsgeschichte benötigt. Daher ist es wichtig, dass Diversität in Behörden gelebt wird.

Es sollten mehr Forderungen auf kommunaler Ebene gestellt werden, d ass die ehrenamtliche Arbeit der MSO honoriert, anerkannt und wertgeschätzt wird. Die Vereine sehen sich in Zukunft noch professionalisierter als heute und wünschen sich für diesen Weg auch Angebote von DaMigra in Fragen der Vereinsgründung, Projektmanagement, Buchhaltung und Teammanagement. Digitalisierung bleibt hierbei ein wichtiger Bestandteil und es lohne sich, Ressourcen in die Digitalisierung zu investieren und sich in diesem Bereich zu professionalisieren. Auch für bessere Vernetzung ist digitales Empowerment unabdingbar.

Zudem soll die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen regionalen Mitgliedsorganisationen bzw. Standorten von DaMigra gestärkt werden, um sich besser über die regionalen Unterschiede und Erfahrungen auszutauschen. Gefragt sind das Bilden von Expertinnen*gruppen sowie das Schließen neuer Bündnisse und eine bessere Netzwerkarbeit.

Zusammenfassend können wir behaupten:

Geballte Migrantinnen*power hat uns durch alle drei Dialoge begleitet und der fruchtbare Austausch zum Thema „Die Krise um Corona aus der MSO-Perspektive“ hat gegenseitige Solidarität und unsere Zusammenarbeit gestärkt.

Vereinsarbeit der Zukunft bleibt aus unserer Sicht feministisch, antirassistisch und solidarisch auf Augenhöhe entgegen allen Schwierigkeiten in der Corona‐Pandemie!

Bericht hier downloaden.

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