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12. Mai 2021

Statement zum Internationalen Tag der Pflege / Kampagne: Wann, wenn nicht jetzt!

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege, und die Kampagne Wann, wenn nicht jetzt! der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen macht uns aufmerksam: wir müssen auf Veränderungen drängen! Der Staat muss sich stärker für das Gesundheitssystem und den Pflege – und Gesundheitsberufsstand einsetzen.

Zweifellos ist der Internationale Tag der Pflege dieses sowohl wie letztes Jahr unumgänglich relevant. Frauen* stehen an vorderster Stelle in der Bekämpfung der Pandemie: 80% der Arbeiter*innen im deutschen Gesundheits- und Sozialsektor sind weiblich, zeitgleich gehören Berufe in diesen Bereichen zu den im Schnitt am schlechtesten bezahlten Tätigkeiten. Zudem sind in der Pflegebranche migrierte und geflüchtete Frauen* oder deren Nachkommen, die als solche gelesen werden und in Deutschland rassistische Diskriminierungen erfahren, überrepräsentiert – und verdienen im Schnitt 20% weniger als nicht-migrierte oder nicht-geflüchtete Frauen*.

Die Pflegebranche ist von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Zu Beginn gab es viel Applaus, zahlreiche Menschen standen abends auf ihren Balkonen und an Fenstern und bedankten sich mit Beifall für den Einsatz der Pflegekräfte. Doch was ist mit Applaus für andere systemrelevante Arbeiter*innen, die im Gesundheitssektor unabdingliche und systemrelevante Arbeit leisten? Es sind zum Beispiel auch Reinigungskräfte – oft unterbezahlt, nicht gewertschätzt und stigmatisiert aufgrund ihrer Tätigkeit die diesen Applaus, aber vor allem finanzielle Absicherung und Anerkennung, verdient hätten. Auch diese prekäre Arbeit wird überwiegend von migrierten und geflüchteten Frauen* geleistet.

DaMigra sieht besonders im Hinblick auf den steigenden Bedarf an ausgebildeten Fachkräften und den Pflegenotstand in Deutschland einen großen Bedarf an umfassenden Veränderungen. Dazu kommt die zunehmende Feminisierung von Migration, gekoppelt an die deutsche Externalisierung von Pflegetätigkeiten und die Ausweitung globaler Care-Ketten. Diese Zusammenhänge unterstreichen die dringliche Notwendigkeit sozialer und politischer Veränderungen, vor allem in Bezug auf die Sicherung wirtschaftlicher Gerechtigkeit und die Absicherung von Rechten für migrierte und geflüchtete Frauen*.

Die andauernde deutsche Pflegekrise ist somit nicht von Migration zu trennen, und die Strukturen des gegenwärtigen Gesundheitssystems reproduzieren geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Pflege – und Betreuungsarbeit und lagern ökonomische Ungerechtigkeiten auf die globale Ebene aus.

DaMigra fordert in dieser Hinsicht die folgenden Veränderungen:

  • Die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen und Berufsqualifikationen vor allem in Hinblick auf migrierte oder geflüchtete Frauen*.
  • Um bereits in Deutschland vorhandenes qualifiziertes Pflegepersonal nachhaltig einzubinden müssen institutionelle und bürokratische Hürden systematisch abgebaut werden und der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Dazu zählt auch das Bewusstsein, dass nicht alle migrierten oder geflüchteten Frauen* zweifelsfrei und unweigerlich in der Pflegebranche tätig sind oder tätig seien wollen.
  • Eine Abschaffung der Residenzpflicht: Diese verhindert, dass migrierte oder geflüchtete Menschen Zugang zum bundesweiten Arbeitsmarkt erhalten. Qualifizierte Personen sollen mit einbezogen werden, auch im Pflege- und Gesundheitsbereich.
  • Pflegeberufe bedürfen einer allgemeinen Aufwertung – sie müssen sowohl finanziell als auch sozial aufgewertet werden, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Relevanz der Pflege muss gestärkt werden und das Gesundheitssystem muss sich Veränderungen unterziehen. Diese Aufwertung würde nicht nur die Qualität deutscher Pflege – und Gesundheitsversorgung nachhaltig stärken, sie wäre zudem ein wichtiger Schritt um globale Care-Ketten, welche auf Basis globaler ökonomischer und sozialer Ungleichheiten funktionieren, zu durchbrechen und somit wirtschaftliche Gerechtigkeit und Rechte auf globaler Ebene und für alle Frauen* nachhaltig zu stärken.

 

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