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Vier Jahre Hanau: Wir vergessen nicht!

Berlin, 19.02.2024. Vor genau vier Jahren wurden Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov brutal aus dem Leben und von ihren Angehörigen gerissen. Die menschenverachtende und rassistische Ideologie, die diese neun Menschen vor vier Jahren ermordet hat, hat eine Kontinuität in Deutschland.

Heute jährt sich der rassistische und rechtsextreme Anschlag von Hanau zum vierten Mal, doch die Sorgen der Familien und Angehörigen der Opfer haben sich nicht gelegt – im Gegenteil. Die Veröffentlichungen der Recherchen von Correctiv zeigen, wie weit rassistische und rechte Ideologen mit ihren konkreten Plänen gegen eingewanderte und geflüchtete oder als solche wahrgenommenen Menschen sind. Ob Menschen hier geboren und aufgewachsen sind, in der 2., 5. oder 10. Generation hier leben, deutsche Staatsbürger*innen sind oder nicht, spielt für Rassist*innen in dieser Gesellschaft keine Rolle. Darin sind sich alle Rassist*innen, Faschist*innen und Rechtsextremen auf dieser Welt einig.

Noch vor einem Jahr (2023) appellierte Serpil Temiz Unvar, Mutter von Ferhat Unvar,: „Lasst uns nicht allein und arbeitet entschieden mit uns, sodass in der Zukunft keine rassistischen Vorfälle mehr passieren. Arbeitet entschieden mit uns, damit unsere Kinder und Enkelkinder in Deutschland, ihrer Heimat, ohne Spaltungen und ohne Angst aufwachsen können“.

Die Kontinuität rechter Gewalt ist leider immer noch Alltag in Deutschland und viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte und BIPoC sehen ihr Leben in diesem Land bedroht. Rassismus, Sexismus und Rechtsextremismus finden sich in der Mitte der deutschen Gesellschaft und haben dort ihren Nährboden. Die zuletzt von Correctiv veröffentlichten Deportationspläne zeigen genau diese breite Beteiligung verschiedener Akteur*innen. Rechte Politiker*innen bekommen in der Medienlandschaft weiterhin zu viele Bühnen, um ihre menschenverachtenden Ideologien zu verbreiten.

Die Zahlen sprechen für sich: Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt nimmt kontinuierlich zu. Laut VBRG (Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) werden in Deutschland täglich mindestens fünf Menschen Opfer von rechts-, rassistisch oder antisemitisch motivierten Gewalttaten. Halle, Hanau, Mölln und Solingen sind keine Einzelfälle.

Rechte Narrative, Rassismus, Antifeminismus und Verschwörungstheorien sind in der Gesellschaft tief verankert und gefährden unsere liberale Demokratie und unsere vielfältige Gesellschaft.

Wir solidarisieren uns mit den Initiativen und Forderungen der Betroffenen und fordern politische Konsequenzen auf allen Ebenen. Sicherheitsbehörden und Länder müssen rechtsextreme, rassistische und sexistische Terrorakte lückenlos und konsequent aufklären. Rassismus, Rechtsextremismus und Antifeminismus dürfen keinen Platz in unserem Zusammenleben haben.

Kein Vergeben! Kein Vergessen! Hanau ist überall! Nie wieder ist jetzt! Migrant lives matter!

Seid laut, geht auf die Straße, solidarisiert und organisiert euch! Lasst uns gemeinsam für eine vielfältige und freiheitliche Demokratie eintreten, denn Vielfalt ist unsere Stärke und Solidarität unsere Kraft!

Die Initiative 19. Februar Hanau hat eine umfangreiche Liste von Demonstrationen und Kundgebungen zusammengestellt.

Überblick über die Veranstaltungen der Reihe: 4 Jahre nach Hanau


10.02.2024 Podcastfolge mit Armin Kurtovi? im Podcast „Zehn Zwölf“ des Fritz Bauer Forums


19.02.2024 „Critical Whiteness“ – wir lesen Texte über Hanau (Bahnhof Langendreer)


21.02.2024 Filmvorführung „Einzeltäter – Hanau“ und anschließendes Online-Gespräch mit dem Filmemacher (Fritz Bauer Forum)


24.02.2024 Kurzfilmabend im endstation.kino („Made in Germany 3: Migration“)


25.02.2024 Ferat Kocak zum Thema „Rechter Terror von Hanau bis Berlin Neukölln! Warum Politik, Polizei und Justiz versagen.“ (Bahnhof Langendreer)

Bei den Veranstaltungen werden Spenden für die Initiative 19. Februar Hanau gesammelt.

DaMigra e.V. ist die Interessenvertretung von Migrantinnenselbstorganisationen und ihren Belangen und setzt sich für Chancengerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und für die Gleichstellung von Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung in Deutschland ein. DaMigra verfolgt den Ansatz des Antirassistischen Feminismus.

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