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Weil Ankommen Mut braucht – Ein Film von DaMigra  e.V.

Am 18.Dezember, dem internationalen Tag der Migrant*innen, veröffentlichen wir zum Abschluss unseres bundesweiten Ausbildungs- und Arbeitsmarktteilhabeprojekts für geflüchtete Frauen „MUT 3.0 – Seid mutig. Geht neue Wege“ einen dokumentarischen Kurzfilm. Er zeichnet den beschwerlichen Weg und das Ankommen dreier Frauen in Deutschland nach, eine Arbeit und einen Platz in einer für sie neuen Gesellschaft zu finden.

Der Dokumentationsfilm wird am 18.12.2022 um 11:00 auf unserer Website sowie unserem YouTube-Kanal veröffentlicht. Dem Film geht eine Social-Media-Kampagne voraus. Teaser und anderes Infomaterial finden Sie auf unserem Instagram Account @damigraev.

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Weil Ankommen Mut braucht – Ein Film von Damigra e. V.

„Ankommen“ beschreibt den universellen Weg von Menschen mit Migrationsgeschichte, sich in Deutschland einzufinden, ein Leben und soziales Umfeld aufzubauen sowie eine Arbeit zu finden. Der Film beleuchtet die politische, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe die Migrantinnen erwirken, aber auch die Bedingungen der Dominanzgesellschaft, unter der diese stattfinden kann. Der explizite Fokus des Films liegt auf dem Weg dreier Frauen in die Berufs- und Ausbildungswelten in Deutschland und ihrer eigenen Perspektive darauf. Dabei werden strukturelle Hürden wie Diskriminierung, ungleiche Sorgearbeit und institutionelle Ausschlüsse thematisiert, aber auch die Erfolge, die den Frauen trotz der Barrieren gelungen sind, ebenso wie ihre persönlichen Überzeugungen und Glücksmomente. Den Frauen selbst ist es ein großes Anliegen, Frauen zu empowern und die Dominanzgesellschaft für ihre Lebensrealitäten zu sensibilisieren. Hanan Alhasan ist Juristin, flüchtete vor dem Krieg in Syrien mit ihrer Familie nach Deutschland und macht derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Nadia Miloudi kam mit einem Promotionsstipendium aus Algerien nach Deutschland und arbeitet heute als Französisch- und Informatiklehrerin an einer Schule in München. Fatima Aldibos syrischer Uniabschluss wurde in Deutschland nicht anerkannt, weshalb sie in Deutschland eine Ausbildung zur Erzieherin machte. Heute arbeitet sie in einer Kita in Stralsund und studiert Berufsschulpädagogik in Neubrandenburg, um in ihren eigentlichen Beruf der Lehrerin zurückkommen zu können.

Wir als DaMigra e.V. fordern hinsichtlich der gravierenden Missstände zur Integration geflüchteter Frauen in den Arbeitsmarkt aufgrund von Sorgearbeit, fehlender Sprachkenntnisse und Diskriminierung: ein verbessertes Angebot von Sprachkursen als betriebliche Weiterbildung, die Anerkennung und Übertragbarkeit ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse, geeignete Anpassungsqualifizierungen an deutsche Berufsqualifizierungen und den Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Auch fordern wir Betriebe auf, Arbeitsbedingungen humaner und familienfreundlicher zu gestalten. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, eine angemessene Entlohnung und vor allem ein würdevoller Umgang mit Arbeitnehmer*innen.

Hintergrundinformationen zum internationalen Tag der Migrant*innen:

Im Dezember 2000 rief der Zusammenschluss der Vereinten Nationen den ersten Internationalen Tag der Migranten aus, um auf die Situationen von Migrant*innen aufmerksam zu machen.[1] Global betrachtet gibt es laut BMZ mehr als 281 Millionen internationale Migrant*innen, die also in einem anderen Land leben oder arbeiten als dem, in dem sie geboren wurden. Laut Angaben der Vereinten Nationen beträgt ihr Anteil an der Weltbevölkerung 3,6 Prozent. Die Internationale Arbeitsorganisation stellt dabei fest, dass die meisten aller internationalen Migrant*innen (etwa zwei Drittel) ihr Land verlassen, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie durch Arbeit an einem anderen Ort zu sichern.[2] Laut dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen beträgt die Zahl der gewaltsam vertriebenen Menschen weltweit rund 103 Millionen. Die Zahl umfasst Flüchtlinge, Asylsuchende, Binnenvertriebene und andere schutzbedürftige Menschen. Verglichen mit dem Stand von Ende 2021 bedeutet das einen Anstieg von 15 Prozent.[3][4] Für DaMigra ist jede geflüchtete Person auch Migrant*in, aber nicht jede*r Migrant*in geflüchtet.

DaMigra e.V. ist die Interessenvertretung von Migrantinnenselbstorganisationen und ihren Belangen und setzt sich für Chancengerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und für die Gleichstellung von Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung in Deutschland ein. DaMigra verfolgt den Ansatz des Antirassistischen Feminismus.


[1] 10 Jahre vorher wurde am 18. Dezember 1990 die sogenannte Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen von der UN-Vollversammlung angenommen. Sie gilt als der internationale Standard, an den Regierungen ihre nationalen gesetzlichen Schutzmechanismen für Migrantinnen anpassen sollten.

[2] https://www.bmz.de/de/themen/migration#lexicon=22064

[3]https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluechtlingszahlen

[4]Das Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen definiert den Unterschied von Geflüchteten zu Migrantinnen dadurch, dass Geflüchtete gezwungen sind zu migrieren und „nicht gefahrlos in ihre Heimat zurückkehren“ können – unter anderem weil ihr Staat sie nicht mehr schützen kann oder will – und Migrantinnen „ohne Gefahr für Leib und Leben in ihre Heimat zurückkehren“ könnten. https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluechtlingszahlen


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