11. Oktober 2019

Gleicher Schutz, gleiche Chancen – Menschenrechte müssen für ALLE Mädchen* gelten

Die Lage von Mädchen* mit Flucht- und Migrationserfahrung ist von zahlreichen Barrieren, Missständen und Vorurteilen geprägt. DaMigra fordert den gleichen Schutz und die gleichen Chancen für ALLE Mädchen*.

Am Internationalen Tag der Mädchen, dem 11. Oktober, richtet die Welt den Blick auf das, was Mädchen* in unserer Gesellschaft bewirken, aber genauso auch auf die Schwierigkeiten, denen Mädchen* ausgesetzt sind.

Insbesondere Mädchen* und junge Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte sind Mehrfachdiskriminierung und Angriffen ausgesetzt. Gleichzeitig finden die Lebensrealitäten der Mädchen* mit Fluchterfahrung aufgrund fehlender Teilhabemöglichkeit und Sichtbarkeit in der Mehrheitsgesellschaft kaum Gehör.

Im Jahr 2018 stellten 15.271 Mädchen* zwischen 4 und 18 Jahren ein Antrag auf Asyl in Deutschland. Insgesamt 2.110 Inobhutnahmen an allein eingereisten, minderjährigen Mädchen* zählte der BumF im selben Jahr; 335 Mädchen* von ihnen waren unter 14 Jahre alt. Damit ist die Zahl der unbegleitet in Deutschland eingereisten Mädchen* im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Diese Zahlen zeigen mehr als deutlich, dass die Bedarfe der Mädchen* mit Fluchterfahrung gesehen, Beratungsstellen für sie ausgebaut und Gesellschaft, Politik, Institutionen und Bildungsstätten sensibilisiert werden müssen. Zudem muss ein ganzheitlicher Schutz im Sinne der Istanbul-Konvention ohne Vorbehalte für geflüchtete Mädchen* in Deutschland gelten. Geflüchteten Mädchen* muss ein barrierefreier Zugang zu Bildungs- und Freizeitangeboten gewährleistet werden.

Der Dachverband der Migrantinnenorganisationen, DaMigra e.V., unterstützt Initiativen, die geflüchteten Mädchen* und Frauen* das Ankommen in Deutschland erleichtern und ihnen mehr aktive Teilhabemöglichkeiten schaffen. Mit dem politischen Ansatz des antirassistischen, intersektionalen Feminismus setzt sich DaMigra für die Stärkung der Selbstbestimmung von ALLEN Mädchen* ein!

Pressemitteilung_Internationaler-Tag-der-Mädchen*

31. März 2020

Die Pandemie kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten. Die rückständigen Kräfte, die seit Langem mehr Abschottung und Nationalismus fordern, nutzen sie jedoch für ihre populistischen Zwecke. Ihre Propaganda trifft auf eine politische Zeit, in der die Beschneidung von Grundrechten von einem großen Teil der Bevölkerung ohne Aufschrei hingenommen wird und „Zuhause bleiben“ zum gefeierten Wort der Stunde wird. Aber: Zuhause bleiben ist ein Privileg. Tausende von Menschen werden gezwungen, in Lagern zu leben, weil sie ihr Zuhause aufgrund von Krieg oder Verfolgung verloren haben. Andere müssen weiterhin in unterbezahlten und risikoreichen Bereichen schuften, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie zu ermöglichen.

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20. März 2020

„Die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von COVID-19 offenbaren einmal mehr, wie in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird“, so Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V. „Während auf der einen Seite zu sozialer Distanzierung und eingeschränkter Mobilität aufgerufen wird, werden Abschiebungen nach Afghanistan durchgeführt und geflüchtete Menschen in Lagern gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben. Die Bundesregierung muss agieren, und endlich eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung ermöglichen.“

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19. März 2020

Wir mit müssen mit denen solidarisch sein, die von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffen sind. Das sind schwache, kranke und ältere Menschen und die Menschen, die zum Teil seit Jahren an den Außengrenzen in Erstaufnahmelagern unter unzumutbaren Bedingungen festsitzen. Diese Menschen sind oft durch die menschenunwürdigen Bedingungen ohnehin geschwächt. Diese Menschen können keinen Abstand untereinander halten, weil die Lager überfüllt sind. Diese Menschen können keine Hygienemaßnahmen für sich umsetzen, weil die Lager nicht ausreichend mit sanitären Anlagen ausgestattet sind. Diese Menschen haben wenige bis keine Informationen, wie sie sich schützen können. Für die von der Maßnahme betroffenen Menschen, darunter zahlreiche Frauen* und Kinder, ist die Aussetzung der humanitären Aufnahme katastrophal, die Folgen sind kaum absehbar. Wenn wir die Welt zu einer Festung machen und diese Menschen nicht mitnehmen, haben wir alle als Menschen versagt.

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