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28. April 2021

Wir müssen unsere Würde beschützen

ERFURT, 28.04.2021. Der Dachverband der Migrantinnen*organisationen DaMigra e.V. ist entsetzt über den fortbestehenden rassistischen Normalzustand, der sich anhand eines viralen Videos über eine rassistische Attacke in Erfurt kürzlich erneut zeigte. DaMigra e.V. ruft alle neu zugezogenen und alt-eingesessenen Thüringer*innen dazu auf, zusammen für eine Gesellschaft der Vielen und der Solidarität einzustehen.

Ein Tritt gegen den Einkaufswagen. Ein Hund, der gegen dich aufgehetzt wird.  Ein Mitschüler, der dein Kind bespuckt. Ein Anästhesist, der abfällig rassistisch über dich redet, während du durch die Narkose immer wehrloser wirst.

Wir von DaMigra sind entsetzt. Die Handyaufnahmen einer rassistischen Attacke in Erfurt, die seit Freitagabend im Netz kursieren, bereiten uns an sich kein Entsetzen. Sie reihen sich ein, in eine lange Liste der rassistischen Übergriffe und Anfeindungen im gesamten Bundesgebiet. Ein Großteil dieser Attacken erreicht die breite Öffentlichkeit gar nicht erst, da sie für viele Betroffene schon so sehr zum Alltag gehören, dass sie nicht erwähnenswert erscheinen. Nein, das Video an sich bereitet uns kein Entsetzen. Wir sind entsetzt, weil Rechtsextremismus, jegliche Formen von Rassismus, Antisemitismus und Frauen*hass für viele der Status Quo zu sein scheint. Das darf keine Normalität sein.  Wir sind entsetzt, weil sich immer wieder erst empört und dann wieder weggeschaut wird.

 “Wir sind alle verpflichtet, hinzuschauen und zu handeln. Wir dürfen so etwas nicht zulassen, ansonsten wird vergessen, dass wir ein Teil dieser Gesellschaft sind und genauso wie jeder Mensch Rechte besitzen.”, äußerte sich eine geflüchtete Ehrenamtlerin von DaMigra im gemeinsamen virtuellen Raum.  “Wir müssen auf die Straße gehen und zeigen, dass wir hier sind. Wir müssen unsere Würde beschützen. Wir müssen unseren Kindern beibringen, wie sie auf rassistische Angriffe reagieren können.”

Die Bedürfnisse und Forderungen von Frauen* mit Migrations- oder Fluchtgeschichte dürfen keine Randnotiz sein. Tagtäglich schränken wir unser Leben ein, um uns und die Menschen, die wir lieben, vor rassistischen und sexistischen Angriffen zu schützen. Die ständigen Sorgen um unser Wohlergehen aus Angst vor rassistischen Übergriffen ist ein Kraftakt. Es grenzt schon an eine Freiheitsberaubung, dass wir uns gut überlegen müssen auf welcher Straßenseite wir laufen, zu welcher Uhrzeit wir noch ausgehen und ob unsere Kinder allein zur Schule gehen.

Wir brauchen Orte, an denen wir uns darüber austauschen können, wie wir unsere Kinder schützen und ihnen das Vertrauen in die Welt dennoch nicht nehmen. Wir brauchen Orte, an denen unser Schmerz, der durch jeden dieser Angriffe, jedes neue Video, jede Anfeindung hervorgeholt wird, Platz hat.

Wir brauchen auch breite feministisch-antirassistische Bündnisse. Wir danken allen neu zugezogenen und alt-eingesessenen Thüringer*innen, die sich jeden Tag gegen Rassismus und Sexismus engagieren. Denn es geht uns ALLE an. Lasst uns die Empörung zum Dauerzustand machen! Lasst uns gemeinsam einmischen! DaMigra schließt sich den bestehenden Initiativen in Thüringen an und steht mit ihnen zusammen für eine offene, solidarische Gesellschaft!

 

Pressekontakt: Alexandra Vogel | vogel@damigra.de |0178 962 9274 | damigra.de
Anschrift: DaMigra e. V. | Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

DaMigra e.V., Dachverband der Migrantinnen*organisationen ist die Interessenvertretung von Migrantinnen*selbstorganisationen und ihren Belangen.

Statement hier downloaden.

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