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Wo bleibt der öffentliche Aufschrei?

LGBTQIA+ Aktivist*innen im Iran zum Tode verurteilt. Dieser Akt des Terrors muss von der Welt verurteilt werden.

Berlin, 08.09.2022. Wir sind schockiert und verzweifelt. Anfang der Woche erschütterten uns die neusten Nachrichten aus dem Iran, dass Sareh (Zahra) Sedighi und Elham Choobdar, zwei iranische Aktivisti*innen, die sich für die Rechte der LGBTQIA+ Gemeinde im Iran einsetzen, zum Tode verurteilt worden seien. Es ist das erste Mal, dass die iranische Justiz wegen des Vorwurfs gleichgeschlechtlicher Beziehungen direkt die Todesstrafe fordert. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden seit Beginn des Jahres mindestens 251 Menschen hingerichtet. Die tatsächliche Zahl wird nochmal höher sein.

Wir wissen: der Iran geht so hart gegen LGBTQIA+ Menschen und nicht heteronormative Orientierungen vor, weil diese dem stark religiösen und traditionellen Familienbild widersprechen. Der iranische Staat entlarvt sich selbst als das, was es ist: ein Regime des Terrors, des fundamentalistischen Patriarchats, ein totalitäres Regime im Gewand eines islamischen Gottesstaates.

Bei der Härte des totalitären Regimes gegen Frauen geht es nicht nur um die Frauen selbst, sondern auch um eine Machtdemonstration gegen die Selbstbestimmung von Frauen und Mitgliedern der LGBTQIA+ Gemeinschaft und eine Machtdemonstration für die Verhärtung tradierter Rollenbilder.

Wir rufen die intersektionale und internationale Weltgemeinschaft dazu auf, nicht einfach über diese schockierenden Urteile hinwegzusehen.

Wir fordern die deutsche Regierung dazu auf, nicht weiterhin nur Entrüstung zu kommunizieren, sondern echten politischen Druck zu machen, sich für die Rechte von Betroffenen einzusetzen und nicht stillschweigend zuzusehen.

Das Iranische Netzwerk für Lesben und Transgender (6Rang) hat eine Online-Petition gestartet, um gegen die Todesurteile zu protestieren. Wir fordern Sie dringend auf, diese Petition zu unterzeichnen.

DaMigra e.V. ist die Interessenvertretung von Migrantinnenselbstorganisationen und ihren Belangen und setzt sich für Chancengerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und für die Gleichstellung von Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung in Deutschland ein. DaMigra verfolgt den Ansatz des Antirassistischen Feminismus.

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