Ohne Arbeitsmarktintegration kann gesellschaftliche Teilhabe von Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte nicht gelingen.

Noch immer verhindern rassistische und sexistische Barrieren die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen* und geflüchtete Frauen* am deutschen Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu Männern* sind Frauen* häufiger im Niedriglohnsektor beschäftigt und arbeiten unter prekären Beschäftigungsverhältnissen. Migrantinnen* und geflüchtete Frauen* betrifft dies in besonderem Maße.

Auf der DaMigra e.V. Jahreskonferenz am 05. Oktober 2018 in Berlin diskutierten Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, was passieren muss, um den Frauen* einen gleichberechtigten Zugang zu Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen.
„Die Teilhabe am Arbeitsmarkt bedeutet für viele Frauen* nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern bildet zugleich die Basis für eine politische, soziale und kulturelle Teilhabe. Sie schafft soziale Kontakte und fördert das Selbstbewusstsein, sich als integrativen Teil der Gesellschaft zu verstehen“, erläuterte Kook-Nam Cho-Ruwwe, Vorstandsvorsitzende und Vorstandssprecherin von DaMigra e.V., die Bedeutung der Arbeitsmarktintegration.

Dr. Soraya Moket, Projektleiterin von DaMigra e.V., betonte: „Frauen* mit Flucht- und Migrationsgeschichte bieten ein großes Potential, das leider viel zu häufig weder gesehen noch anerkennt wird. Diese Verschwendung von Ressourcen ist nicht nur für die Frauen* selbst, sondern auch für die Aufnahmegesellschaft von großem Nachteil, denn eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt hat für nachfolgende Generationen eine Vorbildfunktion.“

In ihrem Grußwort erklärte Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Viele geflüchtete Frauen wollen arbeiten und bringen Fähigkeiten mit, die auf unserem Arbeitsmarkt gefragt sind. Sie sind wichtige Fachkräfte, deren Potenzial noch nicht ausreichend genutzt wird. Gleichzeitig stehen sie vor besonderen Herausforderungen – wegen ausländerrechtlicher Regelungen oder auch Diskriminierungserfahrungen. Hier müssen wir weiter gezielte Anstrengungen unternehmen. Um diesen Frauen Mut zu machen. Um ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Und um ihnen zu ermöglichen, ihre Potenziale zu entfalten und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern. Denn der Arbeitsmarkt ist ein wesentlicher Pfeiler für eine gelungene Integration.“

Inna Schulze, Vorstandsvorsitzende von DaMigra e.V., fand am Ende der Jahreskonferenz klare Worte: „Was wir heute gehört haben, ist eindeutig: Die Frauen* wollen arbeiten! Es ist an der Aufnahmegesellschaft es ihnen zu ermöglichen – durch eine einfachere Anerkennung von Berufsabschlüssen, mehr Angebote zur Berufsorientierung, eine verbesserte Kinderbetreuung und den Abbau von Diskriminierung in staatlichen Behörden.“

Das vollständige Programm der Jahreskonferenz finden Sie hier:
www.damigra.de/jahreskonferenz-2018/

Pressefotos:

links und mitte: Frau Staatssekretärin Juliane Seifert, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

rechts: Staatssekretärin Juliane Seifert mit dem Vorstand von DaMigra e.V., v.l.n.r. Duygu Bräuer, Kook-Nam Cho-Ruwwe, Frau Staatssekretärin Juliane Seifert, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Pierette Herzberger-Fofana, My-Hanh Nguyen, Dipl. Jur. Vjoela Allkanjari LLM, Inna Schulze

links: Kook-Nam Cho-Ruwwe (DaMigra e.V.)

mittig: Dr. Soraya Moket (DaMigra e.V.)

rechts: Prof. Dr. Ingrid Jungwirth (Hochschule Rhein-Waal)

links: Semsi Bilgi (Türkischer Frauenverein Berlin e.V.), Zineb Daoudi (Oum El Banine e.V.), Vanessa Vu (ZEIT ONLINE),  Arabieh Badawi (Arabieh Engineering and Business Consulting), Miriam Camara (Moderation)

mittig: Dr. Rudolf Bünte (Bundesagentur für Arbeit), Sebastian Bickerich (Antidiskriminierungsstelle des Bundes), Filiz Polat MdB (Bündnis 90/Die Grünen)

rechts: Inna Schulze (DaMigra e.V.)

© Estefanía Landesmann/DaMigra e.V.

Pressemitteilung zur DaMigra e.V. Jahreskonferenz 2018

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