Es ist ein grausames Verbrechen. Eine Studentin wurde über eine Stunde lang sexuell misshandelt und bestialisch gequält. Sie starb an den schweren Verletzungen. Ihr Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und Mord.
Bei diesem Verbrechen handelt es sich nicht um das Verbrechen von Freiburg, über das ganz Deutschland heftig diskutierte. Der geschilderte Fall ereignete sich in Dessau. Dort hat, so die Anklage, ein junges herkunftsdeutsches Paar eine chinesische Studentin unter Vortäuschung eines Notfalls in die Wohnung gelockt, um sich an ihr zu vergehen.

Über diesen Sexualmord, das Landgericht in Dessau ist immer noch mit dem Fall beschäftigt, wird im Regionalfernsehen berichtet, Anlass für bundesweite Debatten in Talkshows ist er nicht, Antrieb für Gesetzesverschärfungen auch nicht. Es wurde nicht öffentlich darüber spekuliert, ob bestimmte Gruppen besonders kriminell seien. Niemand hat sich gefragt, ob hinter der Gewalt gegen die immigrierte Studentin ein rassistisches Motiv stecken könnte. Im Gegenteil: Einige Verantwortungsträger*innen in Dessau waren bemüht, mutmaßlich aufgrund von persönlichen Verstrickungen, den Fall medial kleinzuhalten.

Es ist aber ein schwerwiegender Fehler Fälle zu verschleiern, in denen Frauen* mit Migrations-oder Fluchtgeschichte Opfer von sexistischen oder rassistischen Übergriffen werden. Für ein friedvolles Zusammenleben in einer Einwanderungsgesellschaft ist äußerst wichtig, Frauen* mit Migrations-oder Fluchtgeschichte im gleichen Maße wie herkunftsdeutsche Frauen* zu schützen und Gewaltverbrechen aufzuklären. Die Demokratie ist nicht dann wehrhaft, wenn sie alleine öffentlichkeitswirksam gegen Täter vorgeht, die als Geflüchtete* in unserem Land leben, sondern nur dann, wenn sich die Wehrhaftigkeit immer, überall und ausnahmslos gegen alle Verbrecher*, unabhängig ihrer Herkünfte, richtet.

„Es geht darum, Frauen* vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Das wird nicht gelingen, indem wir versuchen, Sexismus mit Rassismus zu bekämpfen, und die Gesellschaft weiter spalten. Gewalt an Frauen* betrifft uns alle, nämlich die gesamte Gesellschaft. Sie betrifft Frauen* und Kinder* ebenso wie Männer*, unabhängig ihrer Herkünfte-wir alle sind betroffen und beschämt angesichts der Gewalt gegen Frauen*. Das Problem bekämpfen wir in Deutschland seit Jahrzehnten, lange bevor zahlreiche Geflüchtete zu uns kamen. Die Frauenhäuser in
Deutschland sind seit jeher überfüllt mit herkunftsdeutschen Frauen*. Sexualisierte Gewalt ist kein ethnisches Problem, sondern ein Problem, von Gewaltverbrechern“, so Dr. Delal Atmaca, Vorstandsprecherin von DaMigra e. V.

Pressemitteilung_Schutz_vor_sexueller_Gewalt  

Presseverteiler

Presseverteiler

Wir nehmen Sie gerne in unseren Presseverteiler auf.
Sie erhalten dann Pressemitteilungen zu aktuellen Themen und neuen Publikationen automatisch per E-Mail.

Der Presseverteiler richtet sich an Journalisten. Schreiben Sie dazu bitte eine E-Mail an presse@damigra.de.

Frankfurt an Main, 21. März 2019

Die Teilnehmerinnen* befassen sich mit dem gesellschaftlichen Bild von Frau*sein und wie sich dieses in die eigene Identität hineinwirkt. Mädchen* und junge Frauen* werden bestärkt, ihre persönlichen Interessen und Stärken zu identifizieren und sie dadurch in der Entwicklung eigener Lebensperspektiven zu bekräftigen.

Haus am Dom, Frankfurt a. M., 21. März 2019

Wir präsentieren die Ergebnisse und den Abschluss der Kampagne #Ohne uns! Zentrales Thema ist Sexismus- und Rassismuskritik sowie Frauen*Empowerment.