MUT 3.0 – Seid mutig. Geht neue Wege

Januar 2022 – Dezember 2022

MUT 3.0 begleitet Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung praxisorientiert und niedrigschwellig dabei, berufliche Ziele zu formulieren und im Austausch mit anderen Frauen, anzugehen.

Das Projekt richtet sich im Wesentlichen an vier Zielgruppen

  • Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung
  • Andere Personen mit Flucht- oder Migrationserfahrung
  • Akteur*innen des Arbeits- und Ausbildungsmarktes, Arbeitgeber*innen
  • Unternehmen*innen

dabei verfolgen wir drei Hauptziele

  • Chancen und Potenziale der Teilnehmer*innen erkennen und nutzen
  • Ihr Demokratieverständnis stärken und Gleichstellung fördern
  • Relevante Institutionen und Akteur*innen des Arbeitsmarktes für die Chancen und Potenziale einer vielfältigen Gesellschaft und Teilhabepolitik sensibilisieren

Frauen mit Flucht – und Migrationsgeschichte erleben dreifache Diskriminierung und vielfache strukturelle Zugangsbarrieren: als Personen, die geflüchtet sind, als Migrantinnen, und als Frauen. Das zeigt sich auch in der eingeschränkten Teilhabe von geflüchteten Frauen am Bildungs- und Arbeitsmarkt. Dies belegen viele aktuelle Studien: Die IAB-BAMF-SOEP Umfragen zeigen auf, dass es insgesamt Fortschritte bei der gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe von Geflüchteten gibt. Bei näherer Betrachtung der Studien werden große Unterschiede zwischen beschäftigten Männern und Frauen sichtbar. Der Anteil geflüchteter Frauen, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, am deutschen Arbeitsmarkt, beträgt etwa 29 % – im Vergleich zu geflüchteten Männern, deren Anteil bei 60 % liegt.

Was fehlt?

Was fehlt, ist zunächst einmal Information und Beratung (in Erstsprachen), die der Qualifizierung der Frauen entspricht, und Kinderbetreuung. Oft stehen auch ungleich verteilte Sorgearbeit aufgrund von Geschlechterstereotypen, erschwerte Einstiege in Qualifizierungs- oder Bildungsmaßnahmen, Vermittlung in prekäre Arbeitsverhältnisse oder mangelnde Anerkennung von Abschlüssen im Weg. Letztlich liegt vor den meisten Frauen, ob qualifiziert oder nicht, ein sehr schwieriger Weg, berufliche Zukunftspläne in Deutschland zu entwickeln und umzusetzen.

Unser Projekt im Detail:

Frauen können in MUT 3.0 mehrsprachig ihre Wege zu Praktikum, Ausbildung oder Arbeit durch Informationen, Vernetzung und Empowerment beginnen oder weiterführen. Das feministisch-antirassistische Selbstverständnis von DaMigra begleitet dabei alle Veranstaltungen und Inputs und betont Gleichstellung und Selbstbestimmung. Die Frauen und Mädchen sollen MUT 3.0 als ein Angebot wahrnehmen können, um für sich am Arbeits- und Ausbildungsmarkt selbstbewusst einzustehen und ihre Interessen und Vorhaben zu realisieren.  

Alle relevanten Institutionen des Arbeits- und Bildungsmarktes (Jobcenter, Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer) sowie Unternehmer*innen sollen zudem durch regelmäßige Gesprächsrunden und persönliche Vernetzungstreffen mit Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte für ihre Interessen, Standpunkte und Realitäten sensibilisiert werden. Nur durch offenen Austausch jenseits von Klischees und vorgefertigten Wegen können Menschen sich entfalten und begegnen. In einem Raum, der sich so aufrichtig für Teilhabe und Zusammenarbeit öffnet, kann das große Potential vielfältiger Gesellschaften mit Teilhabe für alle wirklich sichtbar werden und zum Tragen kommen. Durch gegenseitiges Kennenlernen an runden Tischen sollen Vorurteile und Stereotype offen und auf Augenhöhe thematisiert und entkräftet werden, um ein realistisches Bild der verschiedenen Akteur*innen zu schaffen und gemeinsam zukunftsorientiert in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu schauen. So will MUT 3.0 Netzwerke aufbauen und die Zusammenarbeit von regionalen Arbeitsmarkt- und Bildungsakteur*innen sowie Frauen mit Flucht – und Migrationsgeschichte stärken, damit diese über das Projekt hinaus Perspektiven entwickeln können.

Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, sowie der Beauftragten für Antirassismus gefördert.

Quellen:

https://doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-08.pdf

https://www.diw.de/de/diw_01.c.697756.de/teilzeiterwerbstaetigkeit__ueberwiegend_weiblich_und_im_durchschnitt_schlechter_bezahlt.html

https://doku.iab.de/forschungsbericht/2020/fb1120.pdf

https://doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-04.pdf

https://doku.iab.de/kurzber/2020/kb0420.pdf

Brücker, Herbert; Glitz, Albrecht; Lerche, Adrian; Romiti, Agnese (2019b): Occupational Recognition and Immigrant Labor Market Outcomes. Institute of Labor Economics, IZA Discussion Paper, 12030.

Meldungen

DaMigra_Admin01