MUT 3.0 – Seid mutig. Geht neue Wege

Projektstart ab Januar 2022

Die Teilhabe von geflüchteten Frauen am Bildungs- und Arbeitsmarkt, sowie in der Gesellschaft ist nach wie vor eingeschränkt. Dies belegen viele aktuelle Studien: Die IAB-BAMF-SOEP Umfragen zeigen auf, dass es insgesamt gute Fortschritte bei der Teilhabe von Geflüchteten gibt. Bei näherer Betrachtung der Studien werden große Unterschiede zwischen beschäftigten Männern und Frauen sichtbar. Der Anteil an geflüchteten Frauen, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, am deutschen Arbeitsmarkt beträgt etwa 29 % – im Vergleich zu geflüchteten Männern deren Anteil bei 60 % liegt.

In vielen Fällen sind nicht nur überholte Familienbilder und Geschlechterrollenstereotype die Ursache, unmittelbare Diskriminierungserfahrungen und strukturelle Zugangsbarrieren kommen hinzu. Dazu zählen unter anderen fehlende Informations- und Unterstützungsstrukturen zur Begleitung geflüchteter Frauen in die Erwerbsfähigkeit von Anfang an, besonders in der Erstsprache der Frauen. Knapp drei Viertel der geflüchteten Frauen haben oft kleine Kinder, für die sie keinen adäquaten Betreuungsplatz finden. Dies bestätigen unsere Teilnehmerinnen, die zu verschiedenen Workshops und Veranstaltungen zu uns kommen und die Kinderbetreuung in Rahmen der Angebote gern wahrnehmen. Unsere Erfahrungen zeigen des Weiteren, dass die fehlende Teilhabe am Arbeitsmarkt tradierte Rollenbilder (re-)aktiviert und verfestigt. Der Mann wird zum Versorger und die Frau bleibt, oft trotz eines höheren Bildungsabschlusses, zu Hause und übernimmt die Kinderbetreuung. Das führt dazu, dass viele geflüchtete Frauen kaum Chancen auf eine erfolgreiche Arbeitsmarktteilnahme haben bzw. diese stark eingeschränkt wird – auch dies bestätigen viele Studien.

DaMigra will insbesondere die Handlungskompetenz, der am Arbeits- und Ausbildungsmarkt benachteiligten, geflüchteten Mädchen und Frauen, sowie ihre Fähigkeiten mitzugestalten und mitzuentscheiden, bestärken. Geflüchtete Mädchen und Frauen sollen dabei unterstützt werden, ihre Ressourcen zu erkennen und diese am Arbeitsmarkt sowie im Bildungsbereich selbstbewusst einzusetzen. Außerdem sollen relevante Institutionen des Arbeits- und Bildungsmarktes (Jobcenter, Arbeitsagentur, IHK, HWK) sowie Unternehmer*innen für die Belange und die vorhandenen Ressourcen der geflüchteten Frauen und Mädchen sensibilisiert werden.

Durch den regen Austausch, Informationsvermittlung und das gegenseitige Kennenlernen in unterschiedlichen Veranstaltungsformen sollen gegenseitige Bedenken und Vorurteile abgebaut und Chancen und Potenziale erkannt werden. Eine wichtiger Projektbestandteil wird der Aufbau von Netzwerken mit den benannten Akteuren sein. Darüber hinaus müssen andere Projektpartner in den Regionen in diese Netzwerke integriert werden, um geflüchteten Frauen und Mädchen eine gute Unterstützerbasis über die Möglichkeiten des Projektes hinaus zu ermöglichen. So z.B. spezifische Sprachkurse, Bewerbungstrainings. Um Stereotype in Familie und Arbeitsmarkt aufzuzeigen, sollen offene Qualifizierungsangebote zum Thema Gleichstellung und Menschenrecht angeboten werden: Auch das bestärkt geflüchtete Frauen in ihren Kompetenzen und Potenzialen. Das Projekt richtet sich im Wesentlichen an

drei Zielgruppen

  • Geflüchtete Mädchen und Frauen
  • Geflüchtete Männer
  • Akteure des Arbeits- und Ausbildungsmarktes, Unternehmen , Arbeitgeber*innen

und verfolgt drei Hauptziele

  • Chancen und Potenziale erkennen und nutzen
  • Demokratieverständnis stärken und Gleichstellung fördern
  • Relevante Institutionen und Akteur*innen des Arbeitsmarktes für Diversität sensibilisieren

Meldungen

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