#SELBSTBESTIMMT!
Berlin, 25. November 2019

Mit der Istanbul-Konvention (IK) ist ein Meilenstein in der Verhütung und Bekämpfung und

Beseitigung der Gewalt gegen Frauen* und Mädchen im europäischen Raum erreicht. Als erstes Menschenrechtsabkommen im europäischen Raum befasst sich die IK mit dem Themenkomplex geschlechtsspezifischer Gewalt als Menschenrechtsverletzung.

Die IK definiert Gewalt gegen Frauen*und Mädchen* ausdrücklich als Menschenrechtsverletzung. Dies bezieht sich auch auf Gewalt im digitalen Raum: Cybergewalt.

Das unabhängige Expert*innengremium zur Überwachung der Umsetzung der IK, GREVIO, empfiehlt, Gewalt im digitalen Raum und Gewalt im „real life“ als Ausdruck desselben Phänomens zu betrachten- als geschlechtsspezifische Gewalt. Cybergewalt gegen Frauen* und Mädchen* sollten als Fortsetzung der Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* betrachtet werden, denn sie ist ein Mittel, um Frauen* und Mädchen* offline wie online in einer untergeordneten und schwachen Position zu halten. Die IK legt dafür klare Definitionen für verschiedene Arten von Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* vor, die auch für den Online-Bereich und soziale Medien gelten.

Soziale Medien und digitale Kommunikationsmittel (z.B. Facebook, Twitter, Instagram und WhatsApp) sind für geflüchtete und migrierte Frauen* die wichtigsten Instrumente, um mit Familie und Freunden in der alten Heimat in Verbindung zu bleiben und um in der neuen Heimat Kontakt zu Communities zu knüpfen. Soziale Medien bieten außerdem neue Möglichkeiten politisch teilzuhaben, das zeigen Frauen*rechtskampagnen wie #MeToo. Allerdings ist der digitale Raum auch offen für neue Formen von Gewalt gegen Frauen* und Mädchen*, z.B. Cyberharrassement, Cyberstalking, Cybermobbing und Hassrede. Migrierte und geflüchtete Frauen* sind auch im Internet zusätzlich zur Cybergewalt gegen Frauen* mit rassistischer Gewalt und Diskriminierung konfrontiert.

Das rassistische und antisemitische Attentat vom 09.Oktober 2019 in Halle, das der Täter auf der Gamingplattform Twitch live streamte, zeigt sehr drastisch, dass Gewalt online und offline miteinander verbunden sind.

Digitale Kommunikationsmittel eröffnen uns neue Handlungsräume, die jedoch gleichzeitig offen für neue Formen von Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* sind. Cybergewalt betrifft alle Frauen*. Die Istanbul-Konvention stellt ein Rechtsinstrument zur Bekämpfung der Cyberkriminalität dar. Auch die Bundesregierung entwickelt neue Pläne und Maßnahmen, Berater*innen unterstützen Cybergewaltbetroffene und Netzaktivist*innen machen Vorfälle sichtbar.

Mit zwei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion möchten wir Cybergewalt gegen Frauen* und Mädchen und Handlungsmöglichkeiten gemäß der Istanbul-Konvention mit Akteur*innen des Europäischen Parlaments, der Bundesregierung sowie Berater*innen und Aktivist*innen diskutieren.

 

 

Wann: Montag, 25. November 2019 /// 12:00 – 17:00

 

Wo: Mercure Hotel Berlin Tempelhof Hermannstraße 214/216, 12049 Berlin

 

Erste Hilfekasten. Ist bei der Anmeldung.

 

Fotos: Wir haben professionelle Fotograf*in beauftragt, da die Veranstaltungen in unserem Auftrag dokumentiert wird. Wenn Sie von dieser nicht fotografiert werden wollen, geben Sie dies bitte bei der Anmeldung an.

 

Übersetzung. Die Konferenzsprache ist Deutsch. Wenn Sie Übersetzung benötigen, bitte geben Sie die gewünschte Sprache bei der Online-Anmeldung an.

 

Programm hier downloaden

  • <
  • Dez 2019
  • >
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5