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#SELBSTBESTIMMT!
Stralsund, 23. November 2020

Liebe Interessent*innen,

DaMigra lädt Sie herzlich zur Online-Podiumsdiskussion ein.

Die Corona-Krise hat bestehende gesellschaftliche Ungerechtigkeiten verstärkt und ein großer Teil der Auswirkungen ist nun sichtbar bzw. wird in den kommenden Monaten erst sichtbar werden. Rassismus und rassistische Gewalt vergiften weiterhin unser Leben. Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen möchten wir mit Ihnen über die Bekämpfung von Rassismus mithilfe vom antirassistischen Feminismus diskutieren, weil wir Frauen* mit Migrations- und Fluchtgeschichte nach 40 Jahren Frauenrechtskonvention immer noch Mehrfachdiskriminierung erfahren.

Diese Mehrfachdiskriminierungen treten im Moment in deutlichster Form hervor – rechte Gewalt, die das Leben von Migrantinnen* in Deutschland bedroht, stützt sich auf zutiefst rassistische und sexistische Weltbilder. Deswegen ist es heute wichtiger denn je, dass wir gemeinsam solidarisch gegen diese und andere Diskriminierungsformen kämpfen. Wir müssen erkennen, dass wir beides brauchen – Feminismus und Antirassismus – weil das eine ohne das andere nicht möglich ist.

Rassismus gepaart mit Sexismus geht nicht nur betroffene Menschen, sondern uns ALLE an!

Als eine demokratische Gesellschaft der Vielfalt können wir weder Rassismus noch Sexismus wirksam bekämpfen, ohne bestimmte Strukturen und Systeme des Denkens und Handelns infrage zu stellen.

Wir meinen: Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Strategie, um Rassismus und Sexismus auf allen Ebenen wirksam zu bekämpfen.

Mit der Veranstaltung „Antirassistischer Feminismus – jetzt erst recht!“ möchten wir verdeutlichen, wie dringlich eine gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung und Bekämpfung von Mehrfachdiskriminierung ist. Denn für uns, geflüchtete und migrierte Frauen*, als Migrantinnen* gelesene Frauen*, sind das keine leeren Begriffe. Mehrfachdiskriminierung ist ein sehr bitterer Teil unserer Lebensrealität. Wir sind dem ausgesetzt, ob es uns schmeckt oder nicht – es ist nicht unsere Entscheidung.

Mit der Veranstaltung möchten wir gleichzeitig den Dialog eröffnen und uns gemeinsam mit Ihnen konkrete Handlungsstrategien gegen Frauen*hass, Rassismus und rassistische Gewalt erarbeiten.

Wir werden uns folgenden Fragestellungen widmen:

1. Wie hindern uns rassistische/sexistische Gewalt1 und rassistische/sexistische Strukturen an der Wahrnehmung unserer Rechte? Wie ist Diskriminierung in Systeme und Gesellschaft eingebaut und wo stehen wir in ihnen?

a. Stichwort Selbstreflexion: Auf welche Weise haben auch wir diskriminierende Strukturen verinnerlicht? Wie können wir eigene rassistische, sexistische Vorurteile und Verhaltensweisen erkennen und infrage stellen (z.B. falsche Solidaritäten; Bevormundung; Zuschreibungen: Kopftuch = Unterdrückung, Gewalt = importiertes Phänomen; Sexismus und Rassismus gegeneinander ausspielen…)

2. Wie können wir unsere Rechte gegen Mehrfachdiskriminierung durchsetzen? Was können wir tun, um Rassismus auf feministische Weise zu bekämpfen? Welche Strategien können wir solidarisch im Kampf gegen Rassismus und Sexismus entwickeln? Wie können wir feministische und antirassistische Bewegungen verbinden? Welche konkreten Forderungen können wir gemeinsam an Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit stellen, um Rassismus und Sexismus in Deutschland zu bekämpfen?

Ablaufplan

Moderation  Andrea-Vicky Amankwaa-Birago

15:00 Uhr Begrüßung  Duygu Bräuer, Vorstandsvorsitzende von DaMigra

Podiumsgäst*innen (in alphabetischer Reihenfolge)

Reem Alabali-Radovan, Integrationsbeauftragte der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern

Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V.

Dagmar Kaselitz, Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Sprecherin der SPD-Fraktion für Entwicklungs- und Migrationspolitik

Jana Michael, Gründerin von Tutmonde e.V.

Anja Isabelle Schmuck, Migrations- und Integrationsbeauftragte der Hansestadt Stralsund

Ulrike Seeman-Katz, ehrenamtliche Geschäftsführung Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V.

 

Anmeldung bis 22.11.2020: https://eveeno.com/antirassistischer-feminismus

Ansprechperson ist Daria Ankudinova veranstaltung@damigra.de, Tel. + 49 (0) 30 255 685 12.

Einladung

Presseeinladung

Pressemeldung

 


1   Definition: Rassistische Gewalt umfasst sowohl Gewalttaten mit explizit rassistischer Tatmotivation (z.B. Übergriffe auf als Migrant*innen gelesene Personen) als auch solche, die auf rassistischen Strukturen und Denkmustern beruhen und z.T. von den „Täter*innen“ nicht als rassistisch identifiziert werden (z.B. Mikroaggressionen). Ausschlaggebend sind die Zuschreibungen des Täters / der Täterin über die betroffene Person, nicht das tatsächliche Merkmal. So kann sich eine rassistisch motivierte Gewalttat auch gegen eine Person richten, die irrtümlich für eine*n Migrant*in gehalten wurde.

 

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