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Antirassistischer Feminismus

Gegen rassistische Stimmungsmache im Namen von Frauen*rechten

Von öffentlichen Debatten, wie sie im Anschluss an die Kölner Silvesternacht 2015/2016 stattgefunden haben, bis hin zu rechtsextremen Aufmärschen im vermeintlichen Gedenken an Frauen*morde: Immer wieder missbrauchen selbsternannte Verteidiger*innen von Frauen*rechten aus dem rechtem Milieu sowie aus der konservativen Mitte den Kampf gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen* für rassistische Meinungsmache und instrumentalisieren ihn für ihre politischen Zwecke.

Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* ist ein gesamtgesellschaftliches und aktuelles Problem, dem wir uns insbesondere in Anbetracht wieder erstarkender rechts-konservativer Strömungen entschieden entgegenstellen müssen.  Jede vierte Frau* hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft erlebt (Quelle: BMFSFJ). Dabei ist die Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* in diskriminierende Machtstrukturen eingebettet, welche die ökonomische, politische, soziale und kulturelle Teilhabe von Frauen* beschränken.

Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* wird unabhängig von Bildungsstand, Herkunft und religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit der Täter* ausgeübt. Im rechts-konservativen Milieu ist jedoch mitunter von einem „Import der Gewalt gegen Frauen*“ die Rede. Wiederholt werden Kriminalfälle von Vergewaltigung oder Mord herangezogen, um Ängste vor einer vermeintlich auf die deutsche Gesellschaft hereinbrechenden Gefahr zu schüren. Indem gezielt eine besondere Aufmerksamkeit auf Gewalttaten nicht-weißer oder nicht-herkunftsdeutscher Täter* gelenkt wird, erzeugen rechts-konservative Akteur*innen ein Zerrbild und pauschalisieren Männer* mit Flucht- und Migrationsgeschichte als kriminell und gewalttätig. Dieses Zerrbild dient als Argumentationsbasis, um das Recht auf Asyl auszuhebeln, obgleich es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie den deutschen Grundrechten fest verankert ist (Art 14 AEDM, Art 16 a GG).

All dies nützt weder der lückenlosen Aufklärung der Fälle, noch dem respektvollen Gedenken an die Opfer, noch der Bewältigung der furchtbaren Ereignisse durch die Opfer oder ihre Familien. Auch im Kampf gegen Gewalt an Frauen* hilft dies kein Stück weiter. Vielmehr noch: Es steht dem Kampf im Wege, indem es von den problematischen Machtstrukturen, in welche die Gewalt gegen Frauen* eingebettet ist, abgelenkt und indem es einen blinden Fleck erzeugt: Die Taten von weißen, herkunftsdeutschen Männern* werden unsichtbar gemacht. Der Kampf für Frauen*rechte wird zum Kampf gegen das Asylrecht umfunktioniert. Dabei finden die Forderungen der Frauen* gar kein Gehör mehr. Für Frauen* mit Fluchthintergrund ist dies in mehrfacher Hinsicht schädlich: Ihre Rechte als Frauen* finden keine weitere Beachtung, während gleichzeitig ihr Recht auf Asyl untergraben wird.

Um Frauen* vor Gewalt zu schützen, brauchen wir keine rassistische Meinungsmache! Was wir brauchen, sind Bildungsprogramme, die eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und Geschlechterrollen ermöglichen, Betreuungsmöglichkeiten in Frauen*häusern und eine klare Rechtsprechung und Verurteilung der Täter*.

#OhneUns: Social-Media-Aktion für einen antirassistischen Feminismus

Die Sicherheit von Frauen* ist uns ein ernsthaftes und prioritäres Anliegen – wir wollen nicht hinnehmen, dass rechtspopulistische Redner*innen das Thema missbrauchen, um rassistische Ideen zu verbreiten. DaMigra e.V. und zahlreiche Unterstützerinnen* fordern Social-Media-Nutzer*innen dazu auf, ein Zeichen zu setzen: Keine Hetze im Namen von Frauen*rechten, kein Rassismus im Namen des Feminismus! Hier finden Sie unser öffentliches Statement, das alle unterzeichnen können.

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Schutz vor Gewalt statt rassistische Stimmungsmache!

Um Frauen* mit Fluchthintergrund vor Gewalt zu schützen, fordern wir außerdem die uneingeschränkte Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen* und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) und die Unterbringung von Frauen* und Kindern in Wohnungen und Wohngemeinschaften statt in Gemeinschaftsunterkünften. Hier finden Sie unsere politischen Forderungen.

Podiumsdikussion auf der Feministischen SommerUni 2018

Wie kann Rassismus in feministischen Debatten sichtbar gemacht werden? Wie können die Positionen von nicht weißen Frauen* in weißen feministischen Diskursen gestärkt werden? Wie kann der Vereinnahmung feministischer Argumente für rechte Positionen entgegengewirkt werden? Über diese und weitere Fragen möchten wir auf unserer Podiumsdiskussion zum Thema „Rassismuskritischer Feminismus“ sprechen. Hier erfahren Sie mehr zur Feministischen SommerUni 2018.

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